Kartoffelsuppe im Schnellkochtopf

Eines vorweg: Ich liebe Kartoffelsuppe. Das geht schon solange wie ich denken kann. Vermutlich auch länger, aber das ist schwer zu belegen. Eine Kartoffelsuppe im Schnellkochtopf zubereitet ist ein ganz feines Rezept, welches z.B. von meinen Kindern innig geliebt wird. Das versetzt mich in die Lage, diese Königin der Suppen öfter zuzubereiten. Außerdem ist eine Kartoffelsuppe verdammt billig. Wenn man auf den ganzen Schnickschnack verzichtet, auf den ich so ungern verzichte. Dazu gehören unbedingt gebratene Wurstwürfelchen oder Wienerwürstchen. Hmmmm … mir läuft schon wieder das Wasser im Munde zusammen und ich könnte glatt loskochen. Das geht gerade aus zweierlei Gründen nicht: 1. wir hatten erst neulich einen vollen Schnellkochtopf mit Kartoffelsuppe und 2. wir haben gerade keine Kartoffeln im Haus. Deshalb habe ich auch gerade Zeit, dieses Rezept für Kartoffelsuppe im Schnellkochtopf niederzuschreiben, anstatt in der Küche zu stehen und Kartoffeln zu schälen.

Zutaten für Kartoffelsuppe im Schnellkochtopf (6l)

  • 3kg Kartoffeln
  • 1 Zwiebel
  • Lauch
  • Sellerie
  • 2 – 3 Karotten
  • Gemüsebrühe
  • Salz, Pfeffer, Majoran
  • optional: Schinkenwurst oder Jagdwurst oder Würstchen; Pilze (auch getrocknet), frische Petersilie

Wenn Sie mal den Taschenrechner hernehmen und die Preise aus dem Supermarkt Ihres Vertrauen rekapitulieren und zusammenrechnen, werden Sie schnell dahinter kommen, dass diese Suppe wirklich nicht die Welt kostet. Ein sehr sparsames Essen.

Von der angegebenen Menge wird eine fünfköpfige Familie zweimal sehr, sehr satt. Sofern die Kinder noch im Kinderalter sind und den Eltern nicht schon die Haare vom Kopf fressen. (Was bei mir bereits der Fall ist.)
Aber legen wir los.

Für eine Kartoffelsuppe werden Kartoffeln traditionell zunächst geschält. Das trifft auch für eine Kartoffelsuppe zu, die in einem Schnellkochtopf gekocht wird. Schälen Sie. Das dauert bei 3kg immer ein wenig. Ich weiß. Aber das ist auch der Hauptarbeitsgang bei der ganzen Chose hier. Ein Tipp: Größere Kartoffeln schälen sich mit einem Kartoffelschäler wirklich besser als mit einem kleinen Gemüsemesser (aktuell knapp 50% billiger bei Amazon zu haben!). Ich habe Jahre gebraucht, um dahinter zu kommen, aber inzwischen bin ich bekehrt. Das ist wie in einer Werkstatt: mit dem richtigen Werkzeug werkelt es sich einfach besser. Eine Weisheit, die wir gleich noch bestätigen werden!

Sind Sie fertig mit dem Kartoffelschälen?

Prima … nehmen Sie sich jetzt noch das restliche Gemüse vor.

Sehr dreckige Karotten schälen Sie mit einem Gemüseschäler. Die nun fast sauberen Karotten können Sie einmal in der Mitte durchbrechen. Eine hervorragende Kraftmeierei vor Kindern, die den kräftigen Papa oder Mama mit offenem Mund bewundernd anstarren. Schmeißen Sie die Karotten zu den Kartoffeln.

Wenden wir uns dem Sellerie sowie dem Lauch zu. Die Lauchstange kappen wir mit einem Kochmesser (WMF-Kochmesser aktuell 30% billiger bei Amazon) ungefähr in der Hälfte. Den Strunk mit dem Wurzelbüschel schneiden wir ebenfalls großzügig ab und entsorgen ihn. (Biomüll!) Legen Sie beide Nutzhälften des Lauchs zum anderen Gemüse.

Haben Sie eine Sellerieknolle in ihrer ursprünglichen Form? Dann nehmen Sie sich ein Brett und ein großes Kochmesser. Schneiden zu zunächst den Strunk großzügig weg. Dieser kommt auch in den Biomüll. Auf der Schnittfläche drapieren Sie den restlichen Sellerie aufs Schneidbrett und …. zerschneiden mit dem Kochmesser in ca. 1cm dicke Scheiben. Diese Selleriescheiben lassen sich nun vortrefflich mit einem kleinen Schälmesser von der Schale befreien. Die ganzen Sellerieteile kommen zum anderen Gemüse.

So ganz sauber bekommen Sie Gemüse nie geputzt. Deshalb hat sich im Laufe der Evolution herauskristallisiert, das grob gereinigte Gemüse mit Wasser gewaschen ungleich reiner ist. Also waschen Sie die geschälten Kartoffeln, Karotten, Selleriescheiben, Lauchstangen. Das klappt sehr gut in einem Salatseiher. Alles zusammen in den Seiher werfen und kurz durch laufendes Wasser schwenken. Ein wenig können Sie wie eine manuelle Lottofee das Gemüse unter dem laufenden Wasser herumquirlen und fertig. Kleinschneiden müssen Sie die Kartoffeln, Karotten den Lauch und auch den Sellerie übrigens nicht. Dafür aber ….

Es scheint die Zeit gekommen, endlich mit dem Kochen zu beginnen, oder? Gemach, gemach … wir sind gleich so weit.

Schälen Sie die Zwiebel! Waschen Sie die Zwiebel! Zerkleinern Sie die Zwiebeln grob. Geben Sie etwas Butter in den Schnellkochtopf und stellen Sie den auf den Herd! Energiezufuhr los!

Die Zwiebeln dünsten Sie in der Butter kurz an. Etwa solange bis sie leicht bräunlich sind. Dann kippen Sie das ganze Gemüse in den Schnellkochtopf. Das ganze Gemüse? NEIN! Vom Sellerie nur eine Scheibe und nur eine Hälfte vom Lauch! Vom restlichen Gemüse kommt alles in den Schnellkochtopf. Dieser sollte nun maximal zu zwei dritteln gefüllt sein. Weniger ist gut. Mehr ist nicht so gut. In letzterem Fall wissen Sie was Sie zu tun haben.

Füllen Sie Wasser in den Schnellkochtopf. Aber nur soweit, dass das Gemüse gerade so bedeckt ist. Mehr Wasser braucht es nicht.

Überprüfen Sie nun den ordnungsgemäßen Zustand des Ziehungsgerätes Schnellkochtopfs. Ist das Ventil am Deckel befestigt? Ist der Dichtungsgummi im Deckel eingelegt? Fertig? Ja? Wirklich? Ok, ok …. schließen Sie den Schnellkochtopf. (Informationen zum Schließen eines Schnellkochtopfs). Versuchen Sie den Deckel einfach wieder abzunehmen. Geht nicht? Gut so. Geben Sie richtig Saft unter den Topf. Ich meine – erhöhen Sie die Energiezufuhr.

[Zwischenspiel] Sie werden sich sicherlich fragen, was mit dem restlichen Sellerie geschieht. Und was wird mit dem Lauch? Ganz einfach: frosten Sie das Zeuch ein. Getrennt! Die Sellerie in einen Gefrierbeutel, den Lauch in einen anderen. So können Sie sich das lästige Säubern und Waschen von Sellerie und Lauch beim nächsten Kochen mit oder ohne Schnellkochtopf sparen. Einfach clever kochen![/Zwischenspiel]

Das war’s jetzt fast schon. Wenn der Schnellkochtopf anfängt zu pfeifen, röcheln oder sonst welche urigen Laute von sich zu geben aktivieren Sie die Küchenuhr (es tut auch ne Eieruhr). Geben Sie dem Ganzen 10-15min. Maximalfall! Nach dieser Zeit drehen Sie die Energie ab und warten auf den Druckausgleich. (Wie Sie diesen beschleunigen und wieviel Mut Sie dafür aufbringen müssen erfahren Sie hier auf dieser Seite im Artikel “Öffnen eines Schnellkochtopfs”!)

Wenn der Druck sich verzogen hat und Sie den Schnellkochtopf öffnen konnten kippen Sie das Wasser um Himmels willen nicht weg. Schütten Sie es besser in einen anderen Topf. Das geht mit etwas Übung ganz einfach. Legen Sie den Schnellkochtopfdeckel nicht ganz auf das Schnellkochtopfloch, sondern lassen Sie einen Spalt frei. Nehmen Sie Ihrer Gesundheit zuliebe nun zwei Topflappen, fixieren Sie den Deckel auf dem Schnellkochtopf und schütten Sie die Gemüsebrühe aus dem Schnellkochtopf in den gemeinen Kochtopf. Das geht durch den eben hergestellten Spalt sehr gut. Je größer der Spalt, desto schneller ist die Brühe im anderen Topf. Ist der Spalt zu groß, merken Sie das spätestens,  wenn die ersten Kartoffeln in den anderen Topf plumpsen und Ihre Arbeitsplatte in der Küche mit lustigen Gemüsebrühenspritzern verunstalten. Von Ihrer Kleidung ganz zu schweigen. Hier hilft nur üben, üben, üben und immer dran denken: Wasser aus einem Topf abgießen ist viel leichter als es schwer ist! (Ok – der Topf ist schwer. Der Schnellkochtopf auch. Und gefüllt sowieso. Aber die Sache an sich ist nicht schwer. Das wollte ich damit sagen schreiben.)

Im Schnellkochtopf lümmelt nun das ganze wasserlose Gemüse herum. Jetzt ist die große Zeit für den Kartoffelstampfer gekommen. Stampfen Sie alles im Schnellkochtopf kurz und klein. Seien Sie konzentriert bei der Sache und stampfen Sie alles zu einem Brei. (Denken Sie nicht mal im Traum daran einen Pürierstab zu benutzen!)

Wenn Sie sich an die oben angegebenen Mengen gehalten haben, können Sie nun vorerst 2 Teelöffel Salz, einen viertel Teelöffel Pfeffer, 2 Esslöffel Gemüsebrühe und einen Teelöffel Majoran in den Schnellkochtopf schmeißen. Ohne Löffel! Seien Sie an dieser Stelle nicht übermütig. Glauben Sie mir: Einmal zuviel ins Essen geworfenes Gewürz ist ungleich schwerer wieder zu extrahieren, als nach und nach bis zum richtigen Geschmack zu würzen. Mit den eben angegebenen Mengen sind Sie aber auf der sicheren Seite.

Kippen Sie nun ein Viertel der Gemüsebrühe aus dem anderen Topf in den Schnellkochtopf. Massieren Sie die Flüssigkeit mit dem Stampfer in das Gemüse rein. Stampfen und rühren Sie! Kippen Sie wieder Gemüsebrühe nach und … genau. Und so weiter und so fort. Bis keine Brühe mehr da ist. Lassen Sie eher etwas Brühe übrig. Dann wird die Suppe dicker; was dem Geschmack keinen Abbruch tut. (Je ausdauernder Sie nach jeden Schüttvorgang stampfen und rühren, desto sämiger wird die Kartoffelsuppe. Je sämiger desto besser.)

Stellen Sie den Schnellkochtopf wieder auf den Herd und versorgen Sie letzteren mit ein wenig Energie. Während die Kartoffelsuppe nun noch einmal erhitzt wird, probieren Sie die Suppe und würzen mit Salz und Pfeffer und Gemüsebrühenpulver und Majoran solange vorsichtig nach, bis sie Ihnen richtig gut schmeckt.

Fertig!

Ich versichere Ihnen, dass die Kartoffelsuppe im Schnellkochtopf völlig unkompliziert und einfach ist. Das das eigentliche Kochen ein Kinderspiel ist im Vergleich zu diesem Roman von einem Rezept. Zumal ich ja noch optional Verfeinerungen anbringen kann:

  1. Würstchen
    Sie können optional Würstchen in ganzer Form oder kleingeschnitten zur Suppe dazugeben.
  2. gebratene Jagdwurst/Fleischwurst
    Unter Jagdwurst verstehe ich die, welche ohne das Pistazienzeuch daher kommt. Letztens hat es mich fast umgehauen, als ich beim Metzger 400g Jagdwurst begehrte und mir die gute Metzgerin so ne Wurst mit grünen Pistazieneinschüssen geben wollte. Da habe ich dann dagegen aufbegehrt!
    Die Wurst wird in Würfelchen geschnitten und in einer Pfanne mit wenig Butter angebraten. Das – kommt sehr gut in einer Kartoffelsuppe. So denn nicht bereits vorher alle Würfelchen von hungrigen Mitessern weggefuttert werden.
  3. Pilze, frisch
    Im Herbst ideal, wenn sie frisch aus dem Wald sind. Natürlich müssen die Pilze gereinigt und gewaschen werden. Dann kommen sie kleingeschnitten in die Suppe, wo sie noch ein wenig mitkochen dürfen.
  4. Pilze, getrocknet
    Wenn Sie mit der Kartoffelsuppe beginnen, nehmen Sie eine Tasse oder kleine Schüssel. Dahinein geben Sie getrocknete Pilze und füllen mit Wasser auf. Lassen Sie das Gebräu stehen.
    Wenn der Schnellkochprozess sowie der finale Suppengang abgeschlossen ist können Sie nun entscheiden: Kippen Sie alles samt Pilzen in die Suppe oder nur die Pilzbrühe. Beides finde ich toll, bei den Pilzen kenne ich bereits 4 andere Menschen, die das anders sehen.
  5. Petersilie
    Ein Bund frische Petersilie, gewaschen und kleingehackt un kurz vor dem Servieren unter die Kartoffelsuppe gemischt, geben der Suppe eine frische Note und erfreuen durch das Grün auch das Auge, welche ja bekanntlich mitfuttert.

Dieses Rezept für Kartoffelsuppe im Schnellkochtopf wurde zuletzt gekocht in einem Fissler Vitavit Royal Schnellkochtopf. Es wurde alles aufgegessen. Restlos.

Kennen Sie weitere Varianten der Kartoffelsuppe? Oder Variationen für den Schnellkochtopf?
Ich würde mich über Ihre Kommentare freuen.

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