Kartoffelcremesuppe aus dem Schnellkochtopf

Kartoffelcremesuppe aus dem Schnellkochtopf

Gestern, Sonntag, war es wieder einmal so weit, dass Kühlschrank und Vorratsschrank nicht soviel Auswahlmöglichkeiten ließen. Kartoffeln waren da. Sie teilten sich ein Fach mit ein paar Zwiebeln. Etwas Sahne. Ein Becher Creme fraiche. Diverse Instantbrühen habe ich immer da. Meist Gemüsebrühe, Hühnerbrühe und dazu gesellen sich hin und wieder Rinderbrühe und Delikatessbrühe. Fleisch war keines vorhanden oder nur im tiefgefrorenen Zustand, was einer Unverzehrbarkeit nahe kommt.

Tja – was macht man daraus?

Ich gurgelte ein wenig in der Gegend herum und stieß auf ein Rezept für eine Kartoffelcremesuppe. Es tat nicht weh! Im Gegentum: alles las sich recht zügig und einfach und dauert nicht lange. Von einem Schnellkochtopf war keine Rede. Komisch. Stattdessen wurde vergleichsweise lange gekocht. Ich rechnete die Zubereitungszeit auf Schnellkochtopfverhältnisse um und kam zu dem Schluß, dass diese Kartoffelcremesuppe genau das richtige sei.

Ich kochte diese Kartoffelcremesuppe im Schnellkochtopf. Sie war lecker. Selbst äußerst kritische und wählerische Kinder bekundeten mehrmals kulinarisches Wohlgefallen!

Zur kurzen Version des Rezepts geht es hier entlang

Zutaten für Kartoffelcremesuppe im Schnellkochtochtopf

  • 2 kg Kartoffeln (ich denke, ich kam auf diese Menge, eher war es etwas mehr. Aber nicht viel mehr)
  • 1,25 Liter Brühe (wild gemischt, aber dazu komme ich später nochmal)
  • 1,5cm Butter
  • 1 Zwiebel
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 TL Majoran, frisch
  • 1 Becher Schlagsahne
  • 1 Becher Crème fraîche
  • 1 Msp. Muskat, frisch gerieben
  • Salz, Pfeffer
  • einen Schnellkochtopf

Wie du siehst – total trivial. Fast schon unwürdig aufzuschreiben. Wenn es denn nicht so gut geschmeckt hätte …

Vor das Kochen hat der “Herr der Kochlöffel” das Gemüse säubern gesetzt. Wenn du die Zutatenliste aufmerksam studiert hast, wirst du erleichtert feststellen, dass da herzlich wenig Gemüse dabei ist. Wenig in der Artenvielfalt, recht üppig in der Menge. Schäle erst einmal die Kartoffeln! Nimm dazu einen Gemüseschäler. Ich für meinen Teil schwöre ja auf die sogenannten Pendelschäler. Und bei denen wieder auf genau diese. Aber das kann auch daran liegen, dass ich seit meiner Konvertierung vom reinen Messerschäler zum Pendelschäler keinen anderen Gemüseschäler ausprobiert habe. Wozu auch – diese Pendelschäler funktionieren bei Kartoffeln wunderbar.

Die Kartoffelschalen müssen übrigens nicht(!) noch stunden- oder tagelang auf der Arbeitsplatte liegen! Nach dem erfolgreichen Schälvorgang können die gleich in den Biomüll wandern. Das ist einer aufgeräumten Küche echt zuträglich. Glauben mir.

Die entkleideten Kartoffeln werden gewaschen. Dazu nimmst du am besten Wasser. Das hat sich so durchgesetzt und muss nicht neu erfunden werden. Es tut gut, auf Bewährtes zurückgreifen zu können.

Jetzt kommt ein vorweggenommener kulinarischer Knalleffekt: Lege 5 Kartoffeln beiseite. Die brauchst du für etwas anderes, wofür du später noch genug Zeit eingeräumt bekommst. Keine Bange – die werden in der Zwischenzeit nicht schlecht.

Die restlichen Kartoffeln überführst du aus dem eiförmigen (oder quaderförmigen) Aggregatzustand in den Scheibenzustand. Die Scheiben sollten dabei wirklich Scheiben und keine Bretter sein. So maximal 5mm dick. Messe das genau nach! – Nein – Quatsch. Es sollen halt Scheiben sein, ok?

Schnapp dir die Zwiebel, entmantele diese und zerschnippel die Zwiebel nach dem Waschen in kleine Würfelchen. Solltest du noch neu beim Thema Kochen, neu hier auf Schnellkochtopf-Rezept.de oder ungeübt sein – eine Anleitung zum Schneiden einer Zwiebel findest du im entsprechenden Fachartikel auf dieser Seite: Zwiebeln schneiden für Dummies!

Hast du einen Wasserkocher? Wenn ja – dann geht es dir wie mir. Wenn nicht – hier findest du Wasserkocher.

Was folgt ist ein Tipp von mir an dich:
Ich bereite die Gemüsebrühe für nachher immer schon vorher zu. Dazu erhitze ich ca. 1l Wasser im Wasserkocher. Das geht schnell und ist energiesparender als das Wasser im Topf zu kochen. Dann nehme ich mir einen Messbecher und kippe das heiße Wasser dazu. Meist passt so 1l Wasser rein.
Für die nachher benötigte “Brühe” habe ich gut 1,5EL Gemüsebrühe,0,5 EL Rinderbrühe und 0,5EL Hühnerbrühe verwendet. (Ulkige Mischung? Macht nichts. Denke daran was ich oben schon geschrieben habe: Die Suppe war ein Erfolg!) Probiere die aufgelöste Brühe. Sie sollte nicht widerlich nach Brühe schmecken, sondern bekömmlich sein. Ist sie widerlich? Strecke die Brühe solange mit Wasser, bis sie bekömmlich ist!

Nimm deinen Schnellkochtopf zur Hand und stelle ihn auf den Herd. Wirf ein ca. 1cm dickes Stück Butter in den Topf.

(Tipp am Rande: Das kann ein lustiges Spiel für einen verregneten Nachmittag sein: Stelle den Schnellkochtopf auf den Herd, male Striche in unterschiedlichen Abständen zum Schnellkochtopf auf den Küchenboden, teile die Butter in kleinere Stückchen auf und lass deine Kinder oder Familienangehörige ein erfreuliches Butterzielwerfen veranstalten. Das bringt Heiterkeit und gibt jedem das gute Gefühl, seinen Teil zum Essen beigetragen zu haben. Tipp2: Wische die Küche vorher und ggf. nachher sauber durch!)

Bring die Butter zum schäumen. Das gelingt am besten dadurch, dass du den Herd einschaltest. Die Butter schmilzt recht zügig dahin und entwickelt einen zarten Schaum. Das ist der Augenblick auf den die Zwiebelstückchen gelauert haben. Kippe die Zwiebeln in die schäumende Butter. Hau am besten die Kartoffelscheiben gleich dazu. Kümmere dich nun für so 3-4min rührend um deinen Schnellkochtopfinhalt. Viele nennen das “Anschwitzen”. Keine Bange, du schwitzt nicht (und wenn doch, solltest du vielleicht über etwas Sport nachdenken oder die Heizung runterdrehen oder das Fenster ein wenig öffnen), sondern die Zwiebel-Kartoffeln schwitzen an.

Nach den besagten 3-4min “schwitzen” löscht du den Schnellkochtopf-Inhalt in dem du die Brühe reinschüttest. Wirf ca. 1TL Salz, einen viertel TL Pfeffer, einen halben TL Majoran und ein Lorbeerblatt dazu. (A.d.R. Erst viel später entdeckte ich den Teebeutel-Trick!) Schließe den Schnellkochtopf. (Anleitung hier) Bringe den Schnellkochtopf auf Touren und gare den Inhalt so 7min. (Die Zeit läuft, wenn der Stöpsel des Ventils die erste rote Markierung erreicht hat. Reduziere dann die Energiezufuhr auf ein Minimum. Nach 7min machst du den Herd aus und lässt den Druck gemütlich das Weite suchen.)

In der Zwischenzeit …

Du erinnerst dich noch an die 5 Kartoffeln, die du vorher separiert hast? Die kommen jetzt an die Reihe.

Mache aus den Kartoffeln Kartoffelwürfel. Das geht ganz einfach: schneide zunächst eine Kartoffel in ca. 1cm breite Scheiben. Dann schneidest du die Scheiben in ca. 1cm dicke Stifte. Schneide anschließend die Stifte in Würfelchen. Ganz easy, nicht?
Mach das mit jeder Kartoffel.

Greife dir nun eine kleine Pfanne und befördere so 0,5cm Butter in selbige. Zerlasse die Butter und hau dann die Kartoffelwürfel in die Pfanne. Brate die Kartoffel-Würfel rundum gut an, so dass sie eine goldene Farbe bekommen. Gern kannst du die Bratkartoffelwürfel noch würzen; musst du aber nicht. Ich musste damals. Ich tat dies mit etwa 2 Prisen Salz, 1 Prise Pfeffer und einer Prise Majoran.

Lege 2 Blätter Küchenkrepp in einen tiefen Teller oder eine Schüssel und löffele die Bratkartöffelchen aus der Pfanne in die Schüssel. Das Krepp saugt das Fett etwas auf. Das ist bekömmlicher.

In der Zwischenzeit ….

… ist der Druck aus dem Schnellkochtopf entwichen. Oder etwa nicht? Dann kannst du etwas nachhelfen. Wie du das ungefährlich machen kannst erfährst du hier: Gefahrloses Öffnen eines Schnellkochtopfs.

Öffne den Schnellkochtopf. Hmmmm… das riecht gut! Die Kartoffeln müssten weich sein und sich in der Brühe aalen.

Suche das Lorbeerblatt und wenn du es gefunden hast, fange es und fische es aus dem Schnellkochtopf heraus. (Ich vergaß das und pürierte es einfach mit. Hätte ich nicht von meinem Fauxpas erzählt – keiner hätte es gemerkt!)

Schnappe dir deinen Pürierstab. Schließe ihn vorschriftsmäßig an der Steckdose an, tauche das andere Ende in die Suppe und püriere alles kurz und klein. Obacht! Ein Pürierstab beschleunigt selbst eine Suppe enorm und es kann herausspritzen. Treffen die Spritzer nackte Haut, so schmerzt das ein wenig. Du wirst dann automatisch vorsichtiger. Garantiert!

Die Kartoffel-Brühe entwickelt im Laufe des Pürierens eine dicke Konsistenz. Sollte dir das zu dick werden (was eine Sache der persönlichen Vorlieben ist) kippen wieder etwas Wasser hinzu.

Jetzt ist Zeit für die Sahne gekommen, welche du einfach in die dicke Suppe schüttest. Ich hatte keine 200ml Sahne – nur so ca. 100ml, also behalf ich mir mit etwas Milch. Das geht auch. Püriere weiter.

Schmecke die Cremesuppe ab und gib noch soviel Salz, Pfeffer und Majoran hinzu, bis es dir schmeckt.
Mische am Ende noch eine Prise Muskatnuss darunter.

Punkt.

Serviere die Kartoffelcremesuppe in einem Teller (pro Portion!) und gib ein paar der Bratkartoffelklötzchen in die Suppe. Diese bieten a) einen netten Blickfang und b) schmecken sie einfach köstlich mit der Suppe. Gern darfst du auch Creme fraiche dazu reichen.

Wenn Kinder diese Kartoffelcremesuppe essen sollen empfehle ich dir alternativ klein geschnittene Würstchen anzubieten. Während die Kids dann die Würstchen aus der Suppe löffeln, bekommen sie automatisch eben diese Suppe auch dazu und finden so bestimmt Geschmack daran. Jedenfalls haben meine begeistert gelöffelt!

Guten Appetit.

Kartoffelcremesuppe aus dem Schnellkochtopf

22. März 2010
: 20 min
: 25 min
: 45 min
: leicht

Diese Kartoffelcremesuppe aus dem Schnellkochtopf war lecker. Selbst äußerst kritische und wählerische Kinder bekundeten mehrmals kulinarisches Wohlgefallen!

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Ingredients
  • 2 kg Kartoffeln (ich denke, ich kam auf diese Menge, eher war es etwas mehr. Aber nicht viel mehr)
  • 1,25 Liter Brühe (wild gemischt, aber dazu komme ich später nochmal)
  • 1,5cm Butter
  • 1 Zwiebel
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 TL Majoran, frisch
  • 1 Becher Schlagsahne
  • 1 Becher Crème fraîche
  • 1 Msp. Muskat, frisch gerieben
  • Salz, Pfeffer
Directions
  • Step 1 Kartoffeln schälen und waschen, 5 Kartoffeln beiseite legen
  • Step 2 Zwiebel schälen, klein schneiden und in Butter im Schnellkochtopf anschwitzen
  • Step 3 Kartoffeln dazu (bis auf die fünf), kurz mit anbraten.
  • Step 4 Mit Brühe löschen.
  • Step 5 Schnellkochtopf schließen und auf Garstufe 1 7min kochen
  • Step 6 langsam abdampfen lassen
  • Step 7 Pürieren, Sahne dazu geben und mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.
  • Step 8 Die 5 separierten Kartoffeln in Würfel konvertieren und in Butter anbraten. Das sind die Croutons. 🙂


6 Kommentar(e) zu “Kartoffelcremesuppe aus dem Schnellkochtopf”

  • Hi SinaLene, freut mich, dass das Nachkochen so einfach war. Dann hat die ausführliche Schreibe ihren Zweck erfüllt. Und wenn es dann auch noch schmeckt – um so besser.
    Kulinarisch-winterliche Grüße vom Bodensee
    Jörg

  • Hallo,

    ein sehr leckeres Gericht. Wir haben die Suppe heute zum Mittag genossen und wir sind alle begeistert.

    Das Kochen hat zu zweit großen Spaß gemacht… witzige und einfache Beschreibung. Da kann man eigentlich keinen Fehler machen. Zur Garnierung haben wir uns noch Brot in kleine Stücke geschnitten, angebraten und drüber gestreut. Außerdem haben wir uns für eine Würstchenbeilage entschieden. Wir waren zu dritt und können morgen nochmal genießen oder einfrieren. Insgesamt mit vorbereiten und quasseln 45Minuten Zubereitungszeit.

    Danke an den Verfasser

  • Finde Deine Seite Witze und spitzig.
    Rezepte alle mehr als brauchbar!

    Suchen Sie das Lorbeerblatt und wenn Sie es denn gefunden haben, fangen Sie es und fischen es aus dem Schnellkochtopf heraus. (Ich vergaß das und pürierte es einfach mit. Hätte ich nicht von meinem Fauxpas erzählt – keiner hätte es gemerkt!)

    Öffnen Sie den Schnellkochtopf. Hmmmm… das riecht gut! Die Kartoffeln müßten weich sein und sich in der Brühe aalen.

    Wo legst Du das Lorbeerblatt immer ab?
    Bei mir gelingt alles am besten, wenn ich es unter den Kühlschrank lege.
    Hat auch den Vorteil, dass man nicht so lange suchen muss. LOL
    (wrong chronological order)

    ABER – Man muß die Tatsachen kennen bevor man sie verdrehen kann! –

    Im G(o)ulaschrezept finde ich die “Mehrbrühe” besonders praktisch.
    Damit kann man sicher jedes Rezept gestiegener Besucherzahl anpassen.

    Ich mag Deinen Stil! So tut es mir weh, wenn Fehlerchen Deine Ergüsse verschandeln.

    -Ich würde meine Fehler ja zugeben – wenn ich welche hätte.-
    -Gibt es intelligentes Leben auf der Erde? Ja, aber ich bin nur zu Besuch hier. –
    – Die holländische Tomate ist der vierte Aggregatzustand des Wassers. –

    Dir ein gutes und genüssliches Leben
    wünscht Ronn

    schau mal: http://bit.ly/ro9RMA

  • Hey, fein. Freut mich das es dir gelungen ist. Und was das Kalorienbombardement angeht: dein Vorschlag ist angenommen. 🙂
    BTW: Wie heißt denn dein Neuer? 😉

  • Wow, ich hab es heute abend nachgekocht mit meinem neuen Schnellkochtopf – einfach und suuuuuperlecker. Der Clou sind wirklich die angebrutzelten Kartoffelwürfel, wirklich ein kulinarischer Knalleffekt. Beim nächsten Mal werde ich trotzdem bisschen weniger Sahne und Creme Fraiche nehmen, damit es nicht zu mastig wird und noch bisschen mehr nach Kartoffeln schmeckt. Ein Becher von jedem ist meines Erachtens nach zu viel. Nur die Schlagsahne reicht vermutlich auch.

    Danke für dieses tolle Rezept.

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