Karotten-Kartoffel-Eintopf im Schnellkochtopf

Karotten-Kartoffel-Eintopf im Schnellkochtopf

Ich liebe ja die einfachen Gerichte in der Küche. Ich liebe es noch mehr, wenn ich die Gerichte mittels Schnellkochtopf noch mehr vereinfachen kann. Ich liebe es, wenn das Essen nachher so gut schmeckt, dass ich mich “reinlegen” könnte. Ich liebe einen guten Eintopf. Ich liebe Karotten-Kartoffel-Eintopf aus dem Schnellkochtopf.

Nach soviel Liebe sollte ich langsam den Dreh finden und mich dem Rezept widmen. Einen Moment noch, bitte.

Dieses Rezept widme ich meiner Schwester, die sich gewünscht hat, dass ich mal aufschreibe wie ich einen Karotten-Kartoffel-Eintopf mache.

Soviel Zeit mußte noch sein. Aber jetzt gehts los!

Karotten-Kartoffel-Eintopf im Schnellkochtopf

Vielleicht fällt es Ihnen ja gleich auf, vielleicht auch nicht, aber hier fehlt eindeutig was: Fleisch! Dies hier ist die fleischlose Variante. Ich verspreche, dass ich zu einem späteren Zeitpunkt ein Rezept für diesen Karotten-Kartoffel-Eintopf mit Fleisch notieren werde. Natürlich im Schnellkochtopf. Das versteht sich ja von selbst.

Beginnen wir mit der Zubereitung dieses überaus leckeren, gesunden, vitaminreichen, einfachen, trivialen Futters.

Step 1: (10min)
Tja – bei soviel Gemüse, welches bis dato sein Leben unter der Erde verbracht hat, ist es notwendig erstmal sauberzumachen. Die gefürchtete, oftmals als lästig empfundene Kochdisziplin “Gemüse säubern, schälen, schnippeln” steht als Erstes an. (Ich vermute mal folgendes: Wenn es vielleicht eine Art modernen Siebenkampf im Kochen geben würde, so wie bspw. in der Leichtathletik, dann wäre das eine der Disziplinen!)

Kochende Jahrhunderte brachten den Menschen dazu gerade Gemüse vor der Zubereitung zu säubern. Ich tippe darauf, dass es irgendwann man jemanden gab, dem die ganzen Sandkrümel beim Auslöffeln seiner Suppe zu blöd wurden. Oder das einem angehenden frühzeitlichen (Schnellkochtopf-?)Gourmetkoch die Kartoffeln oder die Karotten in den Bach fielen, woraufhin er sie erst wieder herausangeln mußte und feststellte, dass das Zeuch ohne Erde um ein Vielfaches besser schmeckt.) Dieser kulinarischen Tradition folgend, werden die Kartoffeln geschält. Die Karotten ebenfalls. Und wenn wir gerade dabei sein, kann das Suppengrün auch einer Frischwasserkur unterzogen werden. Die Sellerie wird etwas abgeschält, die Karotten geschält, der Lauch entblättert. Gerade bei letzterem treten mitunter sandige Halden zum Vorschein, die einem Tagebau zur Ehre gereichen würden. Stellen Sie sich diese Abraummengen in der Suppe vor. Bäh!

Die Kartoffeln werden in Würfelchen geschnitten. Die Karotten ebenfalls. (Irre – wie sich das immer ähnelt. *g*) Das kann recht mühsam sein, doch mit der Zeit geht das immer flinker von der Hand.
Tipp für große Karotten: Nehmen Sie ein großes Gemüsemesser. Teilen Sie die Karotte in der Hälfte. Legen Sie die eine Hälfte auf die flache Seite – teilen Sie die Hälfte in Streifen. Hierzu ist das große Gemüsemesser eine echte Wohltat. Haben Sie aus der Karotte lange Karottenstifte gebastelt, legen Sie diese zusammen und schneiden nun immer hübsch von einer Seite zur anderen kleine Würfel ab. Das geht immens viel einfacher als …. anders halt.

Die Zwiebel wird ausgezogen und gewaschen. Anschließend schneide ich sie bei dieser Form des Eintopf in kleine Würfelchen. Wie das am geschicktesten funktioniert, habe ich bereits öfter notiert. Deshalb verweise ich mal auf meine ausführliche Erklärung zum Thema “Zwiebeln schneiden” (externer Verweis auf meine Seite themenmix.de; öffnet sich in einem neuen Fenster/Tab)

Step 2: (10min)
Die Butter wird im Schnellkochtopf zerlassen. Schneiden Sie ruhig so 1cm vom Stück ab (quer). Die Zwiebel findet sich auch ein und wird etwas angedünstet. Anschließend bewerfen Sie den Topf mit dem Suppengrün, welches nicht(!) zerkleinert ist. Absolut unnötiger Aufwand wäre das. Füllen Sie den Topf bis zur Hälfte mit Wasser auf. Und ab auf den Herd damit. Geben Sie volle Energie und wenn sich der zweite Ring am Schnellkochtopfdeckel zeigt geben Sie dem Spaß noch 5min bei minimaler Energie. Anschließend können Sie entweder warten, bis sich der Druck von allein verpfiffen hat oder Sie beschleunigen das Ganze, in dem Sie mutig manuell Dampf ablassen oder den Schnellkochtopf unter kaltes Wasser stellen. Probieren Sie aus, was Ihnen am meisten Spaß macht.

Step 3: (10min)
Das Suppengrün-Zeuch wird aus dem Wasser gefischt und beiseite gestellt. (Ich will keinen Lauch und keine Sellerie in dem Schnellkochtopf-Eintopf haben; in anderen Eintöpfen schon!) Jetzt kommen die zerkleinerten Kartoffeln und Karotten in den Topf. Im Normalfall reicht die Brühe, welche wir gerade hergestellt haben völlig aus, so dass wir uns die weitere Flutung des Topfes sparen. Einen guten Eßlöffel voll Gemüsebrühe rein; Salz, Pfeffer gesellen sich munter dazu und wenn Sie haben, schmeißen Sie noch einen halben Eßlöffel Hühnerbrühe dazu!

Jetzt kommt der Knackpunkt an diesem Rezept: Kümmel! Ich liebe Kümmel in diesem Eintopf. Hmmm … dieser Duft, der dem Topf entflieht. Ich kenne Menschen in meiner sehr nahen Umgebung, die es hassen beim Essen einer Suppe auf Kümmel zu stoßen. Ich schere mich sehr oft nicht die unausweichliche Schelte und gebe mit verschmitzen Grinsen einen TL Kümmel in den Topf. Wenn ich etwas subtiler aufgelegt bin, mahle ich den Kümmel vorher. Aber Kümmel kommt mit rein. Notfalls berufe ich mich immer auf Jahrhunderte der Eintopfkochkunst und dem gesunden Einfluß des Kümmels auf die Verdauung.

Schließen Sie den Schnellkochtopf wieder und powern Sie den Herd noch einmal zur Höchstleistung. Bis der Herr der Ringe erste Ring erscheint. Dann reduzieren Sie die Energiezufuhr auf ein Minimum und überlassen den Topf wieder so 7min sich selbst. Länger brauchts wirklich nicht, denn das Gemüse ist bereits klein und braucht daher nur kurze Zeit um weich zu werden.

Warten Sie dann wieder bis sich der Druck im Schnellkochtopf abgebaut hat.

Step 4: (5min)
Abschmecken ist angesagt! Mittels vorsichtigem, schrittweisem Einsatz von den bereits genannten Gewürzen stellen Sie nun den von Ihnen bevorzugten Geschmack her. Achtung! Kosten Sie nicht direkt aus dem Topf! Ich benutze immer eine kleine Tasse, in welche ich etwas Brühe schöpfe. Mit einer Schöpfkelle! Dann probiere ich aus der Tasse. Das verhindert erfolgreich, dass Speichel in die Suppe kommt.

Step 5:
…. Fertig!

Eine Suppe welche fleischlos und doch lecker ist, welche einfach so ohne viel Aufwand entsteht. Dazu kann man sehr gut Butterbrote reichen.

Fazit: Einfach, fleischlos – lecker.

Zusatz: Wenn Sie unter gar keinen Umständen auf Fleisch verzichten möchten, die Suppe selbst aber vegetarisch bleiben soll, so können Sie zu folgendem Mittel greifen: Bratwürste. Aber die ungebrühten! Kaufen Sie vorher eine Packung von den Dingern. Ob grob oder fein ist egal. Je nach fleischsüchtigen Mitessern reichen so 3-4 dieser Würste. Erhitzen Sie Wasser in einem separaten Topf. Geben Sie etwas Gemüsebrühe dazu. Dann drücken Sie kleine Mengen der Bratwürste aus dem Darm und lassen die Klößchen in den Topf fallen. Die Dinger kochen sich dann in eine feste Form.

Bei uns hat es sich bewährt, diese Klößchen als Zugabe für die Fleischfresser bereitzustellen. Schmeckt sehr, sehr lecker. Jedenfalls mir. Und Kindern, denen man damit sogar einen Karotten-Kartoffel-Eintopf schmackhaft machen kann. Auch aus dem Schnellkochtopf. 🙂

Karotten-Kartoffel-Eintopf

21. April 2010
: 10 min
: 10 min
: 35 min
: leicht

Einfach, fleischlos - lecker.

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Ingredients
  • 1kg Kartoffeln
  • 1 Bund Karotten
  • 1 Zwiebel
  • 1 Bund Suppengrün
  • etwas Butter
  • Gemüsebrühe, Salz, Pfeffer, Kümmel (wahlweise gemahlen)
  • 2 Lorbeerblätter, 2 Pimentkörner, 2 Wacholderbeeren, 1 Nelke
Directions
  • Step 1 Kartoffeln schälen und waschen. Anschließend in mundgerechte Würfel schneiden.
  • Step 2 Karotten schälen und waschen. Mittels Kochmesser und Schneidebrett die Karotten in dünne Scheiben schneiden.
  • Step 3 Suppengrün auseinander nehmen und waschen
  • Step 4 Ziebel schälen und klein schnippeln.
  • Step 5 Schnellkochtopf in Position bringen und Butter darin zerlassen. Zwiebeln dazu und 2min andünsten.
  • Step 6 Die Kartoffel- und Karottenstückchen sowie bis auf Petersilie und Lauch das Suppengemüse in den Schnellkochtopf umziehen und bei gelegentlichem umrühren 5min mit andünsten (fast schon leicht anbraten).
  • Step 7 Den Schnellkochtopf auf 2 Drittel mit Wasser fluten.
  • Step 8 Einen Teebeutel mit den Lorbeerblättern, Körnern und der Nelke bestücken und am Rand in den Schnellkochtopf stecken. Dazu einen Teelöffel Kümmel einstreuen.
  • Step 9 Lauch und Petersilie in den Topf und Deckel drauf!
  • Step 10 6min bei Garstufe 1 arbeiten lassen.
  • Step 11 Mit Salz, Pfeffer und etwas Gemüsebrühe abschmecken.
  • Step 12 Frische Petersilie kleinhacken und in den Schnellkochtopf einstreuen oder auf einem separaten Teller zum Eintopf reichen.

Dies benötigen Sie für den Karotten-Kartoffel-Eintopf im Schnellkochtopf:



10 Kommentar(e) zu “Karotten-Kartoffel-Eintopf im Schnellkochtopf”

  • Hi Robin, das Rezept erzeugt einen vollen Schnellkochtopf mit 4,5l Fassungsvermögen. Davon bekommst du eine ganze Familie satt. 🙂

  • Hallo Neuling,
    das mit dem “zur Hälfte auffüllen” ist sicher interpretationsbedürftig. Ich habe den Eintopf in meinem 4,5l-Fissler gekocht. Je nach SKT-Größe kommen da logischerweise andere Literwerte raus. Bei deinem großen Schnellkochtopf würde ich diesen zu einem Drittel füllen. Die Brühe strecken kann man letztlich immer noch. 🙂
    Was den Einsatz von Instantbrühe angeht: wir mögen es deftiger und greifen dann mitunter zu diesen Mitteln.
    Um die Gemüsebrühe selbst schon gehaltvoller zu gestalten kannst du folgendes probieren: Schnapp dir einen Teefilter und füttere diesen mit 1-2 Lorbeerblättern, 1 Nelke, 2 Pimentkörner, 2 Wacholderbeeren. Und gleich beim kochen mit rein in den Topf. Der Teebeutel dient dazu, dass du die Einzelteile nicht herausfischen musst. 🙂
    Erzähl mir bitte, wie es bei dir geklappt hat. Ich bin neugierig. 😀
    Liebe Grüße vom Bodensee
    Jörg

  • Ich bin totaler Anfänger und habe ein Set 2,5 Liter und 6 Liter gekauft. Leider konnte ich im Rezept nicht finden welchen Schnellkochtopf ich nehmen muss. Es steht im Rezept Topf bis zur hälfte auffüllen.
    Auch die Frage warum ich Gemüsebrühe reinmachen muss? Ich mache doch aus dem Suppengrün die Gemüsebrühe.

  • Hallo eggham,
    nun ja … ich gestehe, dass das nachkochen sich etwas schwierig gestalten könnte. Ich nehme deinen Hinweis ernst und denke (mal wieder) über eine zusätzliche Kurzform der Rezepte nach.
    Viele Grüße vom Bodensee
    Jörg

  • Och weißt du – es gibt soviele kurze Rezepte im Netz, dass ich mir die Ausnahme erlaube. 🙂

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