Gemüsefond im Schnellkochtopf selber machen

Gemüsefond im Schnellkochtopf selber machen

Der Winter steht vor der Tür! Wenn es draußen kalt und ungemütlich ist, schlägt die Stunde der Eintöpfe und Suppen. Eigentlich hat man zu dieser Zeit immer genügend Gemüse zur Auswahl. Die lokalen Wochenmärkte oder Hofläden der Bauern geben noch genug Gemüse her. Wie wäre es denn, wenn man sich beim Bauern seines Vertrauens oder auf dem Markt mit einer Riesenladung Gemüse eindeckt und daraus einen Gemüsefond auf Vorrat kocht, mit dem man über die langen Wintermonate so manches Essen veredeln kann?

So ein Schnellkochtopf ist eine wunderbare Einrichtung, wenn man große Mengen an Gemüse verarbeiten muss. Gewiss – die Hauptarbeit besteht im Säubern und Zerkleinern des Gemüses. Da ist man froh, wenn das Kochen recht zügig über die Küchenbühne geht, oder? Deshalb hier mal mein Rezept für einen schnellen und leckeren Gemüsefond aus dem Schnellkochtopf. Das Rezept ist für 3-5 Schraubgläser ausgelegt. Du musst also im Vorfeld dafür sorgen, dass du genug Schraubgläser da hast.

Im Grund genommen ist dieses Rezept ein Allrounder, wenn es um Gemüsesuppen geht. Der Clou dabei ist, dass das im Folgenden zubereitete Gemüse “nebenbei” als schmackhafte Beilage zum Mittagessen gereicht werden kann. Doch dazu später mehr. Wir widmen uns erst einmal dem Herstellen des Gemüsefonds und darum, wie man ihn haltbar macht.

Zutaten für 3-5 Gläser Gemüsefond

  • 2 EL Butter
  • 2 große Zwiebeln
  • 2< Stangen/span> Lauch
  • 1 halbe Knolle Sellerie
  • 6-7 Karotten
  • 1 Bund Petersilie
  • 5 Pfefferkörner
  • 3 Lorbeerblätter
  • 2 Wacholderbeeren
  • 2 Pimentkörner
  • 2 Nelken

Beim Gemüse kannst du aber auch flexibel sein. Nur Hülsenfrüche, wie Erbsen, Bohnen oder Linsen würde ich nicht mit reinwerfen. Ich habe allerdings schon Rest von Kohlrabi oder etwas Zucchini im gleichen Arbeitsgang mitgekocht. Wegwerfen wäre einfach zu schade gewesen.

Vor das Kochen hat der Küchengott (oder wer auch immer) das Gemüseputzen gestellt. Wir verarbeiten hier viel Gemüse, welches aus der Erde gezupft wird und dem daher oft gewisse Restbestände an Erde anhaften. Die müssen weg.

Gemüse für den Gemüsefond putzen und zerkleinern

Die Zwiebeln werden einfach geschält. Aber nicht ganz! Lass ein oder zwei Schichten der Haut dran. Einfach nur das lockere, sich leicht lösende Zeug abpuhlen und gut ist. Die Farbe geht ein wenig in die Brühe über und verleiht ihr ein besonders schönes Aussehen. Achtel die Zwiebeln. Wer sich weniger Mühe machen will, beläßt es beim Vierteln. Ist relativ egal.

Der Lauch wird knapp oberhalb der mickrigen Wurzelfäden durchgeschnitten. Ein zweiter Schnitt erfolgt an der Stelle, wo die Blätter auseinandergehen. Das zylindrige Lauchteil dürfte recht sauber sein (Wenn nicht löse einfach die schmutzigen Schichten ab und übergib sie dem Biomüll.) und wird nach kurzem Abspülen in grobe Ringe geschnitten. Die grünen Blätter beherbergen sehr oft halbe Äcker. Hier pellst du dich von außen nach innen durch und spülst die ganze Erde unter laufendem Wasser ab. Das geht ganz einfach.

Die Karotten werden mit einem Gemüseschäler geschält. Ich nehm dafür immer einen Pendelschäler, weil ich nur noch Pendelschäler habe. Es gibt aber auch andere. Einfach den Schäler an der Spitze der Karotte ansetzen und leicht an der Karotte entlang zum unteren Ende ziehen. Du wirst fasziniert sein, wie dünn man eine Karotte abschälen kann und wieviel Karotte nach dem Schälen noch da ist. Die Spitze und das dicke Ende der Karotte werden am Ende abgeschnitten und laden ebenfalls im Biomüll. Die sauberen Karotten schneidest du ein paar mal durch. Ganz grobe Ringe, keine Filigranarbeiten an dieser Stelle.

Sellerie bekommt man oft nur in ganzen Knollen. Diese runzligen Dinger jagten mir angesichts der zu erwartenden Mühen beim Schälen immer qualvolle Schauer über den Rücken. Es geht jedoch überraschend einfach auf diese Art und Weise: Teile die Sellerieknolle in zwei Hälfen. Schneide dann jede der Hälften in ca. 1cm dicke Scheiben. Mit einem Gemüsemesser oder Gemüseschäler kannst du dann ganz einfach die äußere Schale von der Sellerie abschneiden. Das, was du von den Sellerie-Scheiben nicht brauchst, wäscht du kurz unter Wasser ab, schiebst es in einen Gefrierbeutel und lagerst es im Gefrierschrank. Hält “ewig” und kann bei Bedarf – da ja in Scheiben vorportioniert – einfach später verwendet werden! Das ist ein kostenloser Pro-Tipp! 😉

Das Bund Petersilie wird unter laufendem Wasser ausgewaschen. Fertig.

Jetzt (endlich) kommen wir zum Kochen.

Gemüsefond im Schnellkochtopf kochen

Stell deinen Schnellkochtopf auf den Herd, wirf die Butter rein und setze die Energiezufuhr in Gang. Die Butter schmilzt vor Freude nur so dahin. Hau die Zwiebeln dazu und lass die ein wenig in der heißen Butter andünsten. Nach so 1min haust du die Lauchringe, die Karottenringe und die Selleriestücke dazu. Einfach alles mit einanderer verrühren und weiterdünsten. Zu dieser Zeit musst du am Herd präsent sein und rühren. Rühren, a bisserl ruhen lassen, rühren, in Ruhe lassen, rühren …. Das Spielchen treibst du so drei bis vier Minuten. Dann kippst du 2-3 Liter Wasser rein. Das zischt gewaltig und dampft noch gewaltiger. Ist aber auch nur von kurzer Dauer.

Schmeiße jetzt die ganzen Gewürzdinger dazu. Also die Wacholderbeeren, Pfefferkörner, Nelken, Lorbeerblätter. Dazu legst du die grünen Lauchblätter oben mit drauf und drappierst den Petersilien-Bund gleich dazu.

Verschließe den Schnellkochtopf mit dem Schnellkochtopfdeckel.

Wenn die erste Garstufe erreicht ist (wann das der Fall ist steht in deiner Schnellkochtopfanleitung!), schau auf die Uhr und setze dir nen Merker ins Hirn, dass du in 9 – 10min den Schnellkochtopf vom Herd nehmen musst. Zur Zeitmessung kannst du auch nen Küchentimer nehmen, der die Erinnerung mit lauten Gebrüll in dir wecken wird.

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Lass den Druck einfach von selbst aus dem Schnellkochtopf entfleuchen. Klar kannst du beim Abdampfen nachhelfen, aber warum solltest du dir die Mühe machen. Immerhin hast du ja genug Zeit eingeplant, um in aller Ruhe einen Gemüsefond zu kochen. Nur keinen Streß!

Das Abfüllen des Gemüsefonds

Völlig streßfrei widment du dich jetzt den Schraubgläsern. Die Schraubgläser müssen desinfiziert werden. Ich lasse dazu immer ins (saubere!) Spülbecken heißes Wasser laufen und lege die offenen Gläser samt Deckel hinein. Die Gläser sollten bedeckt sein. zur Unterstützung kippe ich eine volle Ladung heißes Wasser aus dem Wasserkocher dazu. (Die sparsamste Methode um Wasser zu kochen ist die mit Wasserkocher!). Ich empfehle dir das auch so zu machen. Hast du einen Trichter? Desinfiziere den gleich mit.
Lass die Gläser ruhig ein paar Minuten im heißen Bad “schwimmen”. Lege ein Wischtuch auf deine Arbeitsfläche gleich neben dem Herd. Wenn du das nicht kannst, sorge für Platz und lege das Tuch dorthin sowie ein Brett für einen weiteren Topf.
Angel die heißen Gläser und Deckel und den Trichter aus dem heißen Wasser und stelle sie auf das Tuch.

Der Schnellkochtopf dürfte inzwischen drucklos sein und sich problemlos öffnen lassen. Stell einen leeren Topf auf das Brett oder die Topflappen oder was auch immer. Er sollte nur nicht auf der blanken Arbeitsplatte stehen. Schnapp dir ein Küchensieb und setze es auf den leeren Topf. Greife dir nun den Schnellkochtopf und kippe die ganze Brühe durch das Sieb. Der festere Inhalt kann ruhig auch in das Sieb purzeln.

Die Brühe sieht klasse aus, oder?

Das folgende geht dann besser zu zweit, kann aber auch von einer Person durchgeführt werden. Fülle die Brühe mittels Schöpfkelle und Trichter in die Gläser. Ist ein Glas voll(!) – es ist wichtig, dass es voll ist – schraube das Glas fest zu und stelle es sofort auf den Kopf! Lass es einfach so stehen. Mache das mit den anderen Gläsern und der Brühe genauso bis eines von beiden Dingen “aus ist”.

Die Gläser bleiben die nächsten Stunden zum Abkühlen so stehen. Durch die Hitze am Kopf dehnen sich Glas und Deckel etwas aus. Beim Abkühlen zieht sich alles zusammen und schließt so das Glas luftdicht ab! Der Gemüsefond wird haltbar! Bingo.

Und was machst du mit dem ganzen Gemüse  in dem Sieb?
Vermutlich ist es etwas zerkocht, aber nicht ungenießbar. Zu schade, um es dem Biomüll zu überantworten. Du kannst das Gemüse nun durchaus als Beilage zu einem leckeren Braten reichen. Das ist perfekt.

Fazit: Der eigene Gemüsefond aus dem Schnellkochtopf

Tja – das ist das ganze Hexenwerk eines Gemüsefonds. Mit dem Schnellkochtopf geht das ganz einfach und recht zügig. Man muss keinen Schnellkochtopf dafür nehmen, sondern das Gemüse auch langsam in einem normalen Kochtopf auskochen. Das dauert aber entscheidend länger.

Rechnet man die Kosten zusammen, bringen es die Gemüsezutaten saisonal abhängig auf ungefähr 3-4 EUR. Du bekommst dafür 3-5 Gläser feinsten Gemüsefond, bei dem du auch noch weißt, was drin ist. Schaust du dir mal die Literpreise handelüblicher Gemüsefonds an, dann sparst du mit einem selbstgekochten Gemüsefond aus dem Schnellkochtopf auch noch eine Menge Geld.

Dies benötigst du für den Gemüsefond aus dem Schnellkochtopf:



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