Der Teebeutel-Trick

Der Teebeutel-Trick

Gerade bei den ganzen Suppenrezepten weise ich immer wieder darauf hin, dass nach der Entnahme des Siebeinsatzes oftmals vorwitzige Wacholderbeeren, Pimentkörner oder Nelken die Flucht in die Brühe antreten. Ich habe es früher gehasst, wenn ich beim freudigen Löffeln der Suppen plötzlich auf eine Nelke gebissen habe. Das ist schon schlimm. Noch ekliger fand ich den spontanen Genussvorstoß einer Wacholderbeere. Bäh. Widerlich. Damit konnte man mir das ganze leckere Essen versauen.

Deshalb achte ich beim Kochen immer akribisch darauf, dass kein noch so kleines Gewürzkörnchen in der Brühe verbleibt. Ich fische und angel ja gern nach den flinken Beeren. Die Lust daran schwindet mit jedem vergeblichen Versuch, ihrer habhaft zu werden. Den Einsatz eines Siebes schließe ich jedoch kategorisch aus, weil mir vor dem zusätzlichen Abwasch schaudert.

Es gibt aber einen Trick, den ich hier unbedingt noch loswerden möchte: den Teebeutel-Trick!


Du kennst diese Teefiltertüten, in die man losen Tee portionsweise einlöffelt und diese dann in einer Tasse mit heißem Wasser übergießt? Nein? Ich kannte die lange Zeit auch nicht und es bedurfte einer Frau, um mich auf diese Dinger aufmerksam zu machen. Ich war nie eine großer Teetrinker und wenn es mich aus rein medizinischen Gründen dazu hinzog, dann nutzte ich immer die fertigen Teebeutel – also die mit dem Tee darin. Dass es die Teefiltertüten auch in leerem Zustand und viel größer als normale Teebeutel gab ignorierte ich viele Jahre erfolgreich.

Eines schönen Tages aber kochte ich wieder irgendetwas potentiell sehr schmackhaftes. Ich weiß nicht mehr, was ich da kochte, aber es spielt auch keine große Rolle für das, was ich dir gerade stecken will.

Wenn Du also mal wieder eine Brühe kochen möchtest oder einen Braten in viel Rotweinsoße oder Gemüsebrühe, dann wirst du wohl ein paar Wacholderbeeren, Pfefferkörner, Pimentkörner und vielleicht ein oder zwei Nelken dazu werfen wollen. Ein Lorbeerblatt darf auch nicht fehlen. Der zu erwartende Geschmack treibt den ambitionierten Hobbykoch einfach dazu. Du kannst also diese Gewürze einfach in die Brühe schmeißen und dich auf das anschließende Hasche-Spiel mit den Körnern freuen. Oder aber du schnappst dir eine Teefiltertüte, wirfst die Beeren und Nelken und Blätter dort hinein, verschließt die Tüte und haust diese in den Topf zu den anderen Sachen. Na – das ist mal ein Ding. Ich war das erste Mal ziemlich perplex als ich das ausprobierte.

Das Funktionsprinzip ist aber sehr einleuchtend. Solche Filtertüten sind ja so konstruiert, dass die ganzen Teekrümel drinnen festgehalten werden, währenddessen das Aroma durch die dünnporigen Wände krabbelt. Nachdem man den Filter aus dem Wasser nimmt, bleibt der pure Geschmack in der Tasse.
Genauso funktioniert das mit den Gewürzen!
Während der gefüllte Teebeutel in der vor sich hin kochenden Brühe schwimmt, gibt er die Aromen der in ihm enthaltenen Gewürze an die Brühe oder Soße ab. Der Clou ist dann das Ende des Prozederes: Ein großer Teebeutel lässt sich ungleich leichter aus einem Topf fischen, als 4 – 13 Körner und Blätter.

Das ist ein echter Powertipp! Probiere es unbedingt mal aus und du wirst öfter auf diesen Trick zurückgreifen. Das kann ich dir versprechen!



4 Kommentar(e) zu “Der Teebeutel-Trick”

  • Hi Wolfram, ich wollte gerade schreiben, dass du aber komische Teebeutel hast, wenn sie oben offen sind. 😉 Ooops – jetzt habe ich es geschrieben. Egal. Rolle den Beutel einfach zu und versenke die Rolle so wie sie ist im Topf. Da du vermutlich nicht so viel rühren wirst, ändert sich an dieser Teebeutelrolle nicht viel während des Kochens. Und von allein, dreht sie sich nicht auf. Jedenfalls habe ich noch keinen Teebeutel gefunden, der so gemein ist. 🙂

  • Hallo Jörg Dutschke!
    Meine Teebeutel sind oben offen und werden zum Tee machen an einen Klemmring befestigt und ins heiße Wasser getaucht. Sie sind also offen. Wie verschließe ich denn die Beutel am besten, damit ich nicht doch fischen muss?
    Danke schon mal für eine Antwort.

  • Hi Traudl, vielen Dank für den Tee-Tipp. Geht natürlich auch. Was die tabellen(un)förmigen Rezepte angeht: Kann ich nicht. Stell dir mal eine zweispaltige Tabelle vor. In der linken Spalte stehen ein paar Zeilen mit Zutaten. In der rechten Spalte stehen die Anweisungen. Da durch die Halbierung der Seite die Anweisungen nicht so sehr in die Breite gehen können, werden die Seiten unheimlich viel länger! Wer liest denn so weit nach unten? Und kürzer schreiben ist keine ernstzunehmende Alternative. Das überlasse ich den anderen. 🙂

  • Mit Tee-Eiern funktioniert die Sache übrigens auch ganz prächtig und man hat nur eine einmalige Anschaffung!

    N.B.
    Ansonsten schöne Seite, nur wären die Rezepte in Tabellenform hilfreicher.
    Dir als alter EDV-ler sollten solche Diagramme geläufig sein!
    😉

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