Mexikanische Pilzsuppe ohne Mexiko

Mexikanische Pilzsuppe ohne Mexiko

Ich nenne das Rezept hier “Mexikanische Pilzsuppe ohne Mexiko”, weil das Rezept in dem Kochbuch “Mexikanische Pilzsuppe” hieß, ich nach dem Kochen und dem anschließenden Genuss aber die mexikanische Note nicht vermisste. Diese Pilzsuppe schmeckt, ist brutal einfach zusammengekocht kostet nicht die Welt.

Die Rezeptangaben sind für 4 Personen ausgelegt – so wie im Originalrezept. Ich habe die doppelte Menge hergestellt und wir sind zweimal satt davon geworden. Dabei wich ich ein wenig vom Rezept, so wie es im Buch stand, ab … weil ich Skeptiker erst nicht so viel kochen wollte. Das Rezept für diese unmexikanische Pilzsuppe kommt quasi in zwei Teilen …

Die Zutaten für 4 Personen

  • 1 Zwiebel
  • 3 EL Öl
  • 500g Champignons
  • 3 große Fleischtomaten (macht ca. 600-700g)
  • 1 Zitrone
  • 700ml Gemüsebrühe
  • Salz, Pfeffer
  • 1 Chilischote
  • 1 Bund Petersilie (alternativ Koriander)
Champignons, Petersilie und ein Messer
Spielen bei der Herstellung dieser Pilzsuppe eine tragende Rolle: Champignons, Petersilie und ein Messer
.

Wie versprochen halten sich die materiellen und finanziellen Aufwendungen für die mexikanische Pilzsuppe in Grenzen. Bereits beim Lesen des Rezepts fragte ich mich (nicht zu Unrecht), wo sich die mexikanische Note da verstecken sollte. Ich gab dem Rezept dennoch eine Chance und wenn du das auch ausprobieren möchtest, kochst du die Suppe wie folgt:

Zunächst wird die Zwiebel gehäutet und in kleine Stücke geschnitten. Wie das geht, steht in meinem Tutorial: Zwiebeln schneiden für Dummies. Anschließend stellst du den großen Topf auf den Herd, kippst das bisschen Öl rein und sorgst für Energie unter dem Kochtopf. Sobald das Öl a bisserl warm ist, schüttest du die kleingesäbelte Zwiebel in den Topf und lässt diese langsam andünsten. Hin und wieder musst du mit dem Kochlöffel etwas umrühren.

Indes widmest du dich den Champignons. Ach – am besten sorgst du schon mal für die Herstellung von heißem Wasser. Ein Wasserkocher leistet dir dabei unschätzbare Dienste. Jetzt aber zu den Champignons.
Du säuberst die Champignons von allem groben Dreck. Du musst sie nicht ausgiebig baden. Dann entfernst du die Stiele der Pilze und schneidest die Kappen in schmale Scheiben. Wenn du magst zerkleinerst du auch die Stiele. Das machen viele Köche nicht – ich schon. Die Champignon-Stiele kann man auch essen! Sammele die Einzelteile der Champignons in einer Schüssel.

Presse die Zitrone aus und träufel den Saft über die Champignons.

Die Zwiebeln sind jetzt soweit angedünstet und freuen sich darauf, die Bekanntschaft der Champignons zu machen. Dem kommst du flink nach und beförderst die Champignons in den Kochtopf, rührst alles mal hübsch durch und lässt dieses Gemisch so 5-7min brutzeln, während du immer wieder mit dem Kochlöffel dafür sorgst, dass nichts unten anbrennt.

Die Fleischtomaten müssen geschält und ausgenommen werden. Tomaten schälen? Funktioniert so ganz einfach:
Du hast ja glücklicherweise gerade heißes Wasser im Wasserkocher! Lege die Tomaten in die nun leere Schüssel und übergieße sie komplett mit dem heißen Wasser! Warte so 1min, die du dafür nutzt, den Wasserkocher noch einmal mit der Herstellung von heißem Wasser zu beauftragen. Wenn du magst, überspülst du die Tomaten mit kaltem Wasser. Das ist ziemlich abschreckend. Jetzt spickst du mit einer Pellkartoffelgabel in die Tomate und ziehst ihr mit dem Tomatenmesser (ein simples Gemüsemesser macht’s auch) die Haut ab. Du wirst staunen, wie einfach das geht.
Den Strunk der Tomate schneidest du raus. Anschließend halbierst du die Tomate und halbierst die halbierte Tomate. Die Vierteltomaten lassen sich nun sehr einfach mittels eines Löffels vom saftig-kernigen Inneren befreien: das brauchst du nicht. Dein Interesse gilt dem Tomatenfruchtfleisch, welches du mit dem Messer in kleine Würfel schneidest, die du anschließend in den Topf mit den Champignons wirfst.

Für den Fall, dass du mit Chili kochst (ich habe aus Rücksicht auf die Kids darauf verzichtet), schneidest du die Chilischote auf, streifst die Kerne raus und schneidest den Rest in kleine Stücke, die ebenfalls den Weg in den Topf antreten. Ich empfehle dir danach eine Handwäsche!

Die zweite Ladung heißes Wasser solltest du jetzt in den Topf gießen und gleich noch ein, zwei EL Gemüsebrühe dazu geben. Insgesamt sollten es gute 600ml Gemüsebrühe sein. Wenn du magst, kannst du die Gemüsebrühe auch separat herstellen und so weit abschmecken, wie du sie magst.
Zwei Prisen Salz und drei Prisen Pfeffer wandern gleich hinterher.

Tja … im Grunde genommen bist du schon fertig. Die Suppe köchelt nun für 15min vor sich hin. Nicht stark kochen, einfach leise köcheln lassen …

Die Zeit nutzt du zum Waschen und Zerkleinern der Petersilie oder des Korianders … Das Kleinzeug streust du kurz vor dem Kochende in die Suppe. Dazu reichst du am besten Brot.

Ende?

Das war der erste (der offizielle) Teil des Rezepts für Mexikanische Pilzsuppe. Ich hatte absichtlich darauf verzichtet, die doppelte Menge herzustellen, weil ich nicht sicher war, wie die Suppe ankommen würde. Und ich schütte so ungern was weg!
Ich wurde aber genötigt, die restlichen Zutaten – noch einmal 500g Champignons und drei Fleischtomaten – ebenfalls in die Suppe zu schnippeln, weshalb ich noch einmal 500g Champignons zerkleinerte und dieses mal ohne Anbraten in die Suppe warf. Außerdem richtete ich ein zweites Mal ein Fleischtomaten-Massaker an, denn genau danach sieht der Küchentisch nach dem Schälen und Ausweiden und Zerkleinern von Fleischtomaten aus.

Ich kippte außerdem weitere 600ml Gemüsebrühe in den Topf. Unser großer Kochtopf war davon etwas mehr als zur Hälfte gefüllt.
Ich gab der Suppe so 8min mehr zum Kochen, weil die Tomaten und Pilze ja auch weich(er) werden sollten.

Fazit: Nach einhelliger Meinung aller anwesenden Esser ist diese mexikanische Pilzsuppe eine sehr leckere Alternative zur herkömmlichen Suppenküche. Allerdings – und da waren sich auch alle einig – ist das Wort “mexikanisch” wohl nur versehentlich in den Rezeptnamen gerutscht. Denn etwas mexikanisches hat dieses Pilzsuppen-Rezept nun wirklich nicht gehabt. Vielleicht habe ich dennoch einen kleinen Zipfel “Mexiko” hinzuschmuggeln können, als ich Chili-Schrot wagemutig in den Suppenteller einstreute. Doch das mache ich auch bei anderen Rezepten, ohne ihnen gleich das “Mexikanisch-Etikett” anzuheften.



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