Hühnerfrikassee – Rezept für gesprengtes Huhn

Ein Hühnerfrikassee ist ein Ragout aus Fleisch und heller Soße. Übersetzen kann man Frikassee mit “Sammelsurium”. Ein Hühnerfrikassee ist folglich ein Ragout aus Hühnchen. Zusammengemischt mit allerlei anderem Zeug. Ein Hühnerfrikassee sieht aus wie ein “gesprengtes Huhn” in heller Soße. Alles klar?

Ach ja: Hühnerfrikasse ist viel einfacher als es schwer ist!

Die Zutaten

  • 1 Poularde (Huhn)
  • Suppengrün
  • 1 Zwiebel
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 Gewürznelke
  • 2-3 Pfefferkörner
  • 60g Butter
  • 60g Mehl
  • Hühnerbrühe
  • 5-6 Spargel
  • 1 Dose Erbschen/Mörchen
  • Zitronensaft
  • Weißwein
  • Muskat, Salz, Pfeffer
.

Am schnellsten gelingt das Frikasse, wenn man mit einem Schnellkochtopf loslegt. In diesen wirft man nämlich das Hühnchen, das (geputzte) Suppengrün, das Lorbeerblatt, die Nelke, die Zwiebel (ebenfalls geputzt, wer häts gedacht) sowie die Pfefferkörner. Indem man den Topf unter einen Wasserhahn mit genügend Freiraum darunter hält, kann Wasser eingelassen werden. Erreicht der Pegel innerhalb des Topfes die Zweidrittelmarke beendet man die Flutung. Und ab damit auf den Herd. Für ca. 35min hat man jetzt ziemlich viel Freizeit. Es sein denn … man vergaß den zuvor geöffneten Wasserhahn zu verschließen und darf nun die Küche wischen. (Tipp: Hühnerbrühe im Schnellkochtopf – Rezept und Anleitung auf Schnellkochtopf-Rezept.de)

Hühnerfrikassee

Hühnerfrikassee (Foto: labormikro, (CC BY-SA 2.0), https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/ )

Nach Ablauf der Kochzeit nimmt man den Topf vom Herd, wartet bis sich der Druck verflüchtigt hat und kann dann gefahrlos den Öffnungsvorgang starten.

Das Huhn weist nun eine etwas lockere Konsistenz auf und das Suppengemüse sowieso. Letzteres kann in den Biomüll oder von hungrigen Familienangehörigen verzehrt werden. Das Huhn befreien wir in einer echten Fleißarbeit recht pingelig von Knochen und Haut, welche in den Abfall wandern. Das Fleisch stellen wir mundgerecht zerkleinert erstmal weg. Nicht wundern, dass von dem großen Vieh nur so ein kleines Häufchen übrig bleibt.

Jetzt suchen wir einen anderen Topf. Ist dieser gefunden, findet er sich sofort auf dem Herd wieder; mit der Butter darin, die ob der plötzlichen Aufmerksamkeit sofort dahinzuschmelzen beginnt. Ein Prozess, der durch ausreichende Energiezufuhr an die Stelle unter dem Topf beschleunigt werden kann. Sobald die Butter einen flüssigen Zustand erreicht hat, bestäuben wir sie so nach und nach mit Mehl, wobei ein eifrig eingesetzter Schneebesen hervorragende Dienste leistet, wenn es darum geht, keinen Butter-Mehl-Klumpen zu produzieren. Ist dies leider der Fall, beginnt man am Anfang dieses Absatzes erneut. Im Idealfall erhält man ein dickflüssiges Etwas, welches nach Verdünnung nur so schreit. Diesem Wunsch kann unkomplizierterweise mit ca. 1L der anfangs hergestellten Hühnerbrühe entsprochen werden. Hey – das Ganze beginnt einer Sosse nicht ganz unähnlich zu sehen. Also die Erbschen (das Wort sieht total bescheuert aus) und die Karöttchen (ebenso bescheuert) und den Spargel gibt man nun in die Sosse, damit sie sich dem Garvorgang anschließen können. Zum Spargel noch ein Wort: Es hat sich durchgesetzt, anstelle ganzer Spargelstangen zerkleinerte Spargelstangen zu benutzen. Wie dies bewerkstelligt wird, soll vielleicht an anderer Stelle und zu späterer Zeit behandelt werden. Ein Tipp schon jetzt: Ein Messer spielt eine sehr große Rolle bei diesem Vorgang!

Einen übermütigen Spritzer Zitronensaft dazu. Salz, Muskat und Pfeffer ebenfalls; nur nicht ganz so übermütig.

Das Butter-Mehl-Hühnerbrühe-Erbsen-Karotten-Spargel-Zitronensaft-Salz- Pfeffer-Muskat-Gemenge köchelt nun so 10min vor sich hin. Anschließend schmeißen wir das Fleisch dazu. Nochmal so 10min auf kleiner Flamme bzw. noch weniger Ampere vor sich hin garen lassen und man ist dem Ziel schon sehr nahe!

Ein Schuß vom Weißwein wird in das Gemenge abgefeuert! Es empfiehlt sich den Wein vorher zu probieren. Probiert man bereits zu Beginn der Zubereitung dieser Rezeptur, kann es sein, dass man das Ende nicht mehr erlebt. Erfahrungsgemäß probiert man so lange, bis kein Wein mehr da ist. Aber auch das kommt auf den Wein an. Ich widerstand der Versuchung auch wenn diese in Form eines südaustralischen Chardonnay recht groß war. Die Frage, warum ausgerechnet ein südaustralischer Chardonnay zum Einsatz kam, ist schnell und leicht beantwortet: Es war kein anderer Wein da!

Gesetzt den Fall, dass die Sosse nun recht dünn ist, kann man recht gut mit Kartoffelstärke nachdicken! Ein wenig nachwürzen und …

FERTIG!

Fazit: Absolut lecker! Zum Hühnerfrikassee serviert man idealerweise Reis. Wir haben heute Basmati genommen. Der Grund: Es war kein anderer Reis da!

PS: Dieses Rezept veröffentlichte ich erstmals am 5. Mai 2011 auf meiner damaligen Seite ichkochwas.de.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.