Hähnchencurry mit Mango und Kichererbsen

Ich gestehe, dass ich im ersten Augenblick ein wenig skeptisch war, als ich vom Hähnchencurry mit Mango las. Allerdings hatte ich bereits mit Bananen und Äpfeln gekocht, warum nicht mal mit Mango?
Was soll ich sagen – das Essen war ein Leckerbissen und ist eine Empfehlung an alle, die es einmal “anders” mögen.

Die Zutaten

  • 500 g Hühnerbrust
  • 1 Zwiebel
  • 1 Mango
  • 1 EL Honig
  • 2 EL Currygewürzmischung
  • 4cm Ingwer, frisch gerieben
  • 1 Prise Zitroneschale (also 1 Zitrone zum einkaufen)
  • 1 Stängel Koriandergrün (optional)
  • 400 ml Brühe (Hühner-Gemüsebrühegemisch)
  • 400 ml Kokosmilch (gibts in 400ml-Dosen zu kaufen)
  • 1 Dose Kichererbsen (optional)
  • Öl

Das braucht man

Eine Currygewürzmischung hatte ich nicht im Hause. Daher entschied ich mich für folgende Mischung: 1EL Curry + EL-Curcuma. Das hat wunderbar geklappt!
Mein Tipp gleich zu Beginn: Nimm dir ein kleines Schüsselchen oder einen Teller und vermenge die Gewürze miteinander. So hast du die fertige Mischung gleich griffbereit und musst nicht mitten im Braten noch herumhantieren!

Zunächst wäscht du das Fleisch und tupfst es mit Küchenkrepp trocken. Dann nimmst du ein hübsch scharfes Messer und zersäbelst die Hähnchenbrust dermaßen geschickt, dass am Ende ca. 2 mal 2cm große Stückchen übrigbleiben. Wenn du magst, kannst du aber auch einfach Geschnetzeltes draus basteln. Das tut dem Genuss am Ende keinen Abbruch. Die Stückchen lagerst du am besten erst mal in einer Schüssel oder auf einem ausreichend großen Teller. Die Erfahrung lehrt uns, dass dem Fleisch gut tut, wenn du es vor dem Braten etwas mit Mehl zu bestäubst. Diesem inneren Drang folgend, bestäubst du das Hähnchenfleisch mit Mehl. Kippe dazu Mehl auf den Fleischberg und vermenge dann alles miteinander. (Für ganz Eifrige: Es sollte trotzdem viiieeelll weniger Mehl als Fleisch sein!)

Hähnchencurry mit Mango und Kichererbsen

Typisches Curry: hier noch mit Gemüse

Die Mango ist schon ein wenig härter zu knacken. Mit einem handelüblichen Schäler schälst du die Mango. Das ist sehr einfach und in der Handhabung dem Schälen von Karotten vergleichbar. Oder Kartoffeln. Dann nimmst du die nackte Mango und schneidest mit einem scharfen Messer einmal rundherum. Wenn das Messer in die Mango eindringt, wirst du auf Widerstand stoßen – den Mangokern. Indem du immer an diesem Widerstand herumschneidest, schaffst du bereits nach kurzer Zeit eine komplette Umrundung. Das Messer legst du nun beiseite und fährst mit den Fingern in den Schnitt. Indem du nun mit einiger Kraft versuchst die beiden Hälften auseinander zu biegen, teilst du die Mange gekonnt in zwei Hälften, wobei eine den Kern enthalten wird. Diesen schneidest oder pulst du einfach heraus.
Das Ergebnis dieses Teilungsprozesses sind mehr oder weniger matschige Mangohälften, die du aber wunderbar in kleine Würfelchen, deren Kantenlänge nicht 1cm überschreiten sollte, zerschneiden kannst. Ein großes Kochmesser leistet hier unschätzbare Dienste. Die mathematisch korrekt gebildeten Mangostücke schüttest du ebenfalls in eine Schüssel.

Die Zwiebel ist aufgrund jahrelanger Erfahrung schnell in ihre Bestandteile aufgelöst. Die zerkleinerte Zwiebel stellst du ebenfalls zur Seite. (Du merkst schon – du brauchst einiges an Platz. Aber besser du bereitest alle Zutaten vor dem Kochen vor, als dass dann Hektik ausbricht und entweder alles verbrennt oder du die Hälfte vergisst! – Das war ein kostenloser Tipp!)

Den Ingwer schälst du und reibst ihn mit einer Küchenreibe klein. Eine Zesterreibe ist hier das ultimative Werkzeug! Beachte bitte folgenden Hinweis: Es ist besser die Reibe dafür in eine kleine Schale oder über einen Teller zu halten. So purzelt das Ingwer-klein nicht unkoordiniert in der Küche herum, sondern sammelt sich verwendungsgerecht.
Oder du greifst zu einem scharfen Kochmesser und schneidest den Ingwer in kleinste Teile. (So mache ich das immer.)
Kippe den Ingwer zu den Mangostücken. Die kommen eh zusammen in die Pfanne.

Kralle dir die Zitrone und reibe sie vorsichtig mit einer sehr feinen Küchenreibe. Auch hier leistet die Microplane-Reibe ganze Arbeit. Wenn du glaubst, dass du ungefähr einen halben Teelöffel zusammen hast, dann kratze den Zitronenabrieb zusammen und messen nach. Ungefähr ein halber Teelöffel darf es schon sein, den du dann zu den Mango-Ingwer-Gemisch wirfst. Nicht den Löffel, sondern das Zitronenzeuch.

Erhitze jetzt Wasser im Wasserkocher (oder Topf), messe 400ml davon ab und gib Gemüse- und Hühnerbrühe hinzu. Test: Du musst die Brühe trinken können – dann ist sie richtig. Ist die Brühe zu stark – verdünne sie so lange mit heißem Wasser bis sie trinkbar ist.

Öffne die Dose Kokosmilch und die optionalen Kichererbsen. Letztere lass einfach durch ein Sieb laufen. Das Flüssige kann weg – wir brauchen nur die Kichererbsen.

Ola – wer hätte es gedacht – die Vorbereitungen sind abgeschlossen. Ich versichere dir, dass es viel länger gedauert hat, den ganzen Kladderadatsch aufzuschreiben, als es wirklich zu machen.

Hähnchencurry mit Mango und Kichererbsen – das große Kochen!

Schnapp dir nun eine große Pfanne und erhitze das Öl darin. Das Hähnchenfleisch und die Zwiebeln wandern gekonnt in den heißen Schlund und beginnen sofort um die Wette zu bruzeln. Jetzt heißt für dich: wenden! Fleißig wenden, denn das Zeuch brennt schneller an, als dir lieb sein kann.

Wenn das Fleisch eine leichte Bräune zeigt bzw. die unverkennbar rohen Stellen am Fleisch verschwunden sind, schüttest du die Gewürzmischung dazu, vermengst alles, drehst die Energiezufuhr runter und lässt alles noch ein wenig bruzeln. Hmmmm … wie das duftet. Göttlich!

Kippe jetzt die Schüssel mit dem Mango-Ingwer-Zitronenschalen-Inhalt in den Topf. Hach – wie das zischt. Wenn du Kichererbsen verwendest, kommen diese gleich dazu.

Weil das soviel Spaß gemacht hat, entnimmst du einem Glas Honig mit einem Eßlöffel eine ebensogroße Portion und lässt den Honig über die Mango-Ingwer-Hähnchen-Zwiebel-Curry-Curcuma-Zitronen-Mischung laufen. Überwinde dich sich notfalls. Es wird schmecken. Glaube mir!

Schütte noch die Brühe und die Dose Kokosmilch dazu. Das Zischen geht in ein Blubbern über, so als würde der erstaunte Topf ganz sprachlos vor soviel Inhalt.

Lasse nun alles bei leichter Hitze blubbern.

Greife dir jetzt einen anderen(!) Topf und koche den Basmati gemäß der Packungsvorschrift. Ich lese die inzwischen nicht mehr, sondern bereite Basmati immer so zu:

Das Rezept im Rezept – Basmati kochen leicht gemacht

Für 5 Personen nehme ich zwei Tassen (Kaffeepötte) Reis und kippe diese in einen Topf. Dazu werfe ich einen TL Salz und einen halben TL Gemüsebrühe. Anschließend schütte ich mit der gleichen Tasse 4 mal Wasser dazu. (Also doppelt soviel Tassen Wasser wie Reis!) Das alles bringe ich zum kochen. Dazu brauchen ich erstmal keinen Deckel. Ab und zu rühre ich mit einem Löffel im Topf herum, so dass sich die Bodenschwaden verziehen und ich sehr genau sehen kann, wieviel Wasser über der Reiskante steht.
Wenn Reis- und Wasserpegel annähernd gleich sind, fahre ich die Energie auf ein Minimum runter, werfe ein Stück Butter in den Topf, kicke einen Topfdeckel auf selbigen und lasse alles für 20min in Ruhe.
Der Basmati gelingt immer und schmeckt auch wegen dem bisschen Gemüsebrühe nie fad. Aber der Zusatz der Brühe ist kein Muss, sondern von mir nur vorgeschlagen.

Zurück zu unserem Topf Hähnchencurry mit Mango

Es duftet wie in einer asiatischen Kantine. Es blubbert wie in einem Hexenkessel. Die Mangostücken werden langsam weich, behalten aber immer noch ihre Konsistenz. Die Brühe wird weniger und sämiger (also dicker). Du rührst. Ab und an.

5min bevor der Reis fertig ist, drückst du mit einem Kochlöffel die Mangostücken klein. Es ist egal wenn du kaum noch Hähnchen und Mango unterscheiden kannst – drücke sanft alles was im Topf herumschwirrt. Die Brühe wird noch dicker. Prima, denn so können wir uns das Andicken sparen. *grins*

Basmati und Hähnchencurry werden so nahezu gleichzeitig fertig.

Gib den pappigen Reis auf einen Teller, schütte mit einer kleinen Kelle vom Hähnchencurry drumherum und garniere optional mit klein gehacktem frischen Koriander.

Fertig: Ein Festmal für die Augen und den Gaumen. Und sogar meine Kinder fanden das lecker. (Ok – ich erzählte ihnen erst kurz bevor sie fertig waren, dass sie da Mango und Kokosmilch und Honig gegessen haben. Und obwohl sie die Augen verdrehten mußten sie mir doch recht geben: Es schmeckte vortrefflich!)
Wer es gern schärfer mag, kann gern mit Chilli nachwürzen. Ein, zwei Prisen Salz schaden dem Essen auch nicht!

Bevor ich das Gericht kochte ging ich davon aus, noch Kichererbsen in Dosen zu haben. Leider stellte sich kurz vor der Kochzeremonie heraus, dass die Dosen schon 2 Jahre abgelaufen waren, weswegen ich kurzerhand auf den Einsatz der Kichererbsen verzichtete.
Und mal ganz ehrlich gesagt: ich habe die Kichererbsen nicht vermißt.

Fazit: In ca. 35 – 40min zauberst du hier ein Essen, welches wegen seiner extravaganten Zutaten einen echten Kontrast zum Einheitsbrei der Tagesküche darstellt. Dein Gaumen wird es dir danken!

Kommentar von ichkochwas.de

(Dieses Rezept, im Original am 05.05.2011 von mir auf ichkochwas.de gepostet, hatte einen Kommentar von Werner, den ich der Vollständigkeit halber mit in dieses Rezept “umziehe”:

Beim zweiten Mal schon von einem Ritual zu sprechen, wäre etwas übertrieben. Tatsache ist, dass ich derzeit sonntags die Rezepte von ichkochwas.de einer kritisch-praktischen Revision unterziehe. Heute nun meine Erfahrungen mit dem Hähnchencurry.

Es geht immer ganz fix: Zunächst einmal die 4-5 Seiten ausdrucken und mit einem Textmarker dem kulinarischen Epos die Redundanz austreiben. Nun, es wird im Untertitel der Website ja nicht verschwiegen, wo hier der Schwerpunkt liegt – Darstellung in epischer Breite! 🙂

Das Schnippeln nimmt tatsächlich 80% der Arbeit ein, der Rest ist ein Kinderspiel. Ich habe zusätzlich beim Mango anbraten eine zerdrückte Banane hinzugegeben, die beim Anbraten richtig schön karamelisiert, so dass später auch mit dem Honig gespart werden kann. Das I-Tüpfelchen ist mal wieder der Inger, bei dem ich im Vorfeld angesichts der Menge (4cm) doch meine Bedenken hatte. Hätten sogar 5 cm sein dürfen. Der erst gibt dem ganzen den unverwechselbaren Geschmack, aber auch die Mangostücke sind nicht zu verachten.

Das Zerdrücken der Mangostücke mit der Gabel am Ende des Kochprozesses war mir zu mühselig, da sich mittlerweile auch schon die Kichererbsen unverschämt breit gemacht hatten im Wok (sic!). Der Autor hatte es da natürlich leichter, musste er nicht zwischen runden und eckigen Stücken in trüber Soße unterscheiden. Natürlich hätte man die Kichererbsen auch der gleichen Behandlung unterziehen können, aber war dies nicht ausdrücklich für den exotischen Mango reserviert? Was hätte der wohl zu einer derartigen Nivellierung im Kochtopf gesagt, zu dieser Gleichmacherei? Auch um diesen Konflikt zu vermeiden, beließ ich alles wie es war – die Soße war weder zu dick noch zu dünn. Eine spontane Idee konnte ich leider nicht mehr verwirklichen: Beim nächsten Versuch werde ich frühzeitig einige Cashewkerne mit dazu geben und mitköcheln. Macht sich sicher gut.

Ansonsten: Nicht zu viel Currymischung dazu geben, also nicht zu scharf und zu „indisch“ machen, sonst kommt der Ingwer und die Mango nicht zur Geltung. Dem Drang, Pfeffer oder Chili hinzuzugeben oder gar eine zerkleinerte Schote, unbedingt widerstehen! Ist ja auch nicht vorgesehen und in den Fußnoten des Konvoluts fand ich auch nichts. 🙂

Fazit: Wieder einmal ein prima Rezept mit Ingwer. Dieses Zeugs habe ich tatsächlich jahrelang missachtet! Der ganzen Familie hat es sehr gut geschmeckt, die Reste wurden am Montag mit Freude vertilgt.

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