Dal ka raas – scharfe Linsensuppe

Dal ka raas ist eine scharfe Linsensuppe aus Indien und ein echter Gaumenhit!

Ich komme gerade vom Essen und es treibt mich förmlich an die Tasten, um das eben hergestellte Rezept niederzupinseln.
Ich gebe zu ich war skeptisch, als meine Frau “Scharfe Linsensuppe” auf den Speiseplan schrieb. Aber meine Skepsis war unbegründet. Indisch kochen – mal wieder ein Genuß.

Ich habe für die Zubereitung ca. 45min gebraucht. (Für ganz Aufmerksame: es kommt öfter bei uns vor, dass meine Frau das Essen bestimmt und ich es dann koche(n muß) *g*).

Hinweis: Im Original findet viel Chilli und Pepperoni Zugang zu diesem Gericht. Leider hatten wir ersteres nur als Gewürz und zweiteres gar nicht im Hause. Daher ist das hier eine abgespeckte (wenn auch sicher für Europäer bekömmlichere) Version der Dal ka raas.

Die Zutaten

(4 Personen)

  • 300g rote Linsen
  • 3 Knoblauchzehen, 1 Zwiebel
  • 1 Stück Ingwer (ca. 3cm)
  • ½ Zimtstange (oder Zimtrinde)
  • je 1 TL Nelken, Kardamomkapseln, Pfefferkörner
  • 4 Lorbeerblätter
  • je ½ TL Salz, gemahlener Pfeffer, Kurkuma, Rosenpaprika
  • 800ml Gemüsebrühe
  • Zucker
  • (weitere Zutaten weiter unten!!!)

Das braucht man

.

Ähm – das ist noch nicht alles. Die obigen Inkredenzien sind für die eigentliche Suppe. Für den Verzehr wird noch ein kleiner Zusatz produziert, zu dem wir aber später erst kommen.

Die Zutaten sehen ja mal in der Masse recht üppig aus, doch relativiert sich das gleich zu Beginn des Herstellprozesses.

Zunächst einmal schälen wir die Zwiebeln, den Knobi und den Ingwer. Nach der Reinigung zerhackstückeln wir alles in Würfelchen. Diese brauchen nicht zu klein sein. Also keine Gefahr für die Fingerkuppen.

Rote Linsen sind Hauptzutat für Dal ka raas

Rote Linsen sind Hauptzutat u.a. für Dal ka raas

Jetzt kommt der Hammer: Nehmen Sie ein Teesieb – oder wie ich einen Teebeutel. Ohne Tee! Nur der Aufgußbeutel. Den füllen wir jetzt beherzt mit den Nelken, den Pfefferkörnern, den Lorbeerblätter und den Kardamomkapseln. Achtung! – Im Gegensatz zur sonstigen Verwendung des Kardamomsamens müssen Sie dieses Mal nicht die Kapseln aufbrechen und den Samen ausholen. Nein – wir machen es uns einfach und kippen die Kapseln einfach so in den Beutel. Den Beutel verschließen wir dann mit so einer Klammer. Sie können auch nähen, tackern, verschrauben oder sonstwie vorgehen – Hauptsache aus dem Beutel kann nichts mehr rausfallen.

Wir füllen ca. 500ml Wasser in einen ausreichend großen Topf (Obacht – da müssen nachher noch die Linsen und die Gemüsebrühe rein!) und erhitzen das Wasser. Wenn dieses hübsch sprudelt, schütten wir das Zwiebel-Knoblauch-Ingwer-Gemenge rein, schmeißen den “Teebeutel” dazu, kippen die Gewürze (Kurkuma, gemahlener Pfeffer, Paprika) rein und überlassen den Topf zugedeckt seiner Bestimmung. Ich ließ den Topf 10min vor sich hin brodeln.

Nach diesen 10min habe ich den Teebeutel rausgefischt und weggeschmissen. Jetzt warf ich die überraschten Linsen in den Topf und begoß alles mit der Gemüsebrühe, die ich vorausschauenderweise bereits fertiggestellt hatte. Bevor irgendeine Zutat verschwinden konnte verschloß ich den Topf wieder – diesesmal für 15min.

Indes ich mich dem bereits angekündigten weiteren Bestandteil des Essens zuwandte. Ich möchte gleich anmerken: man braucht das jetzt folgende nicht; aber es schadet auch nicht. (Kurz gesagt: es stand so ähnlich im Rezept, also habe ich es gekocht. Basta. Vielleicht weil die Bezeichnung dafür so “idiotisch” war.)

Das Gewürz-Topping

  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 Lauchzwiebeln
  • ½ rote Zwiebel
  • 30g Butter
  • ½ TL Kreuzkümmel gemahlen (Cumin)

Im Normalfall kommen noch Zwiebelsamen und grüne Peperoni dazu. Das sei hier der Vollständigkeit halber gesagt geschrieben.

Den Knobi und die Frühlingswiebeln entblättern und waschen wir in gewohnter Manier. Ebenso erfahren zerkleinern wir beide: den Knoblauch in kleine Würfelchen, die Frühlingszwiebeln in dünne Ringe. Die rote Zwiebel in dünne Scheiben.

Ein kleiner Topf ist ideal dazu geeignet die 30g Butter aufzunehmen, woraufhin diese vor Freude dahinzuschmelzen beginnt, sofern Sie an die Hitzezufuhr unter dem Topf gedacht haben. Während die Butter also schmilzt hauen wir den gemahlenen Kreuzkümmel dazu und rühren alle ein wenig durch. Es braucht nicht zu braten oder zu brutzeln – sorgen Sie nur für ausreichend Hitze – kein Höllenfeuer! Anschließend werden der Knobi, die Frühlingszwiebeln und die rote Zwiebel dazugegeben und alles zusammen ein wenig durchgebraten. Idealerweise erhält diese Masse ein leicht bräunliches Aussehen. Schwarzbraun ist eindeutig zuviel Braun!
Sodele – das stellen wir dann erstmal zur Seite.

Inzwischen ist die Linsensuppe soweit und wir nehmen diese auch vom Herd. Wir öffnen den Deckel und sind erstmal baff: Wer eine rote Suppe erwartet hat wird Augen machen! Mittels einer gewöhnlichen Schöpfkelle entnehmen wir eine Kellenfüllung und stellen diese in einer Schüssel oder einem Teller zur Seite. Ein Stabmixer oder Pürierstab leistet uns beim nun folgenden Mixen der restlichen Suppe hervorragende Dienste. Wenn die Suppe schön sämig (der Zustand irgendwo zwischen flüssig und klumpig) ist, kippen wir die zuvor entnommene Linsenprobe zurück in den Topf, würzen mit Salz und einer Prise Zucker (!) nach und brüllen “ESSEN FERTIG”.

Serviert wird das Ganze so: Suppe in den Teller geben, einen EL Gewürz-Topping drauf und ggf. noch Brot dazu.

Wie bereits einleitend gesagt: im Original kommt viel Chilli und Peperoni zum Einsatz. Da dies heute fehlte (und nur von uns individuell nachgewürzt wurde), war die Supper überhaupt nicht scharf, aber extrem … Hmmmmmmmmmmmmmmmmm. Lecker!
(Original von mir gepostet auf ichkochwas.de am 5. Mai 2011 @ 18:48)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.