Wie funktioniert ein Schnellkochtopf?

Wie funktioniert ein Schnellkochtopf?

Wie funktioniert ein Schnellkochtopf? Was ist ein Schnellkochtopf? Das sind gute Fragen, die ich in den vielen Jahren dieser Seite nie in aller Eindeutigkeit beantwortet habe. Komisch, nicht wahr? Dabei sollte die Beantwortung der Frage wie ein Schnellkochtopf funktioniert bzw. die Definition des Schnellkochtopfs an erster Stelle stehen! Ich bin mir nicht sicher, ob du – lieber Leser – bereits weißt, was ein Schnellkochtopf ist bzw. wie er funktioniert. Weiß denn jeder, der auf diese Seiten kommt Bescheid? Ich weiß es nicht!

Und aufgrund dieses eklatanten Nichtwissens will ich diese thematische Lücke auf Schnellkochtopf-Rezept nun schließen und in aller Kürze erklären, was ein Schnellkochtopf ist und dabei ein paar Kochgrundlagen mit einschmuggeln; sozusagen das Basiswissen für eine erfolgreiche (nicht nur theoretische) Schnellkochtopf-Nutzung.

Was ist ein Schnellkochtopf?

wie funktioniert ein Schnellkochtopf?
Was ist ein Schnellkochtopf und wie funktioniert ein Schnellkochtopf überhaupt?

Ein Schnellkochtopf ist ein Kochtopf, welcher sich druckfest verschließen lässt. Der Topfdeckel und der Topf gehen eine so innige Beziehung miteinander ein, dass jeglicher Druck im Inneren nicht heraus und von außen kein Druck herein kann. Jedenfalls bis zu einem bestimmten Punkt. Dann greifen diverse Mechanismen im Schnellkochtopf, welche den Druck regulieren. (siehe dazu auch den nächsten Abschnitt)
Ein Schnellkochtopf besteht üblicherweise und Edelstahl oder einem anderem sehr widerstandsfähigen Material. Den Boden eines Schnellkochtopfs bildet eine hochgradig wärmeleitende Schicht, welche dafür sorgt, dass die Energie des Herdes ohne große Probleme in das Innere des Topfes durchgeleitet wird.
Zum Schnellkochtopf gehört ein spezieller Deckel, welcher mittels einer Dichtung dafür sorgt, dass er den Topf luft- und wasserdicht abschließt. Im Deckel sind oft die Steuerungselemente und Sicherheitsmechanismen “versteckt”.

Wie funktioniert ein Schnellkochtopf?

Wenn der Topf dicht verschlossen ist und man stetig Energie in das Innere leitet, verdunstet das Wasser im Topf. Es bildet sich Wasserdampf, der nur leider nicht entweichen kann. Im Inneren des Schnellkochtopfs steigt mit der Zeit der Druck, da immer mehr Wasserdampf gebildet wird, aber immer nur die gleiche Menge an Platz für den Wasserdampf da ist. Ein höherer Druck bewirkt, dass Wasser bei höheren Temperaturen zu sieden beginnt. Die Physik spricht hier vom erhöhten Siedepunkt. Normalerweise kocht Wasser hierzulande bei knapp unter 100°C. Durch den höheren Druck verschiebt sich die Siedetemperatur nach oben. Hier greifen dann die verschiedenen Garstufen, welche jeweils eine bestimmte Temperatur abbilden. So liegt die Temperatur der Garstufe 1 oft bei 109°C und die der Garstufe 2 bei 116°C. Je nach Hersteller variieren diese Temperaturen, aber das Prinzip ist stets das Gleiche. (Mehr Informationen zum Wasserbedarf eines Schnellkochtopfs …)

Vielleicht wäre noch zu erwähnen, dass ein moderner Schnellkochtopf erst mit dem Druckaufbau beginnt, wenn der Wasserdampf die normale Luft im Topf völlig durch das Ventil am Deckel (bei Fissler bspw. die Euromatic) verdrängt hat. Das führt dazu, dass Speisen ohne Luftsauerstoff gekocht werden. Sauerstoff ist einerseits für uns lebenswichtig, andererseits ist er hochgradig aggressiv, weil sehr reaktionsfreudig. Er zerstört Vitamine und andere Inhaltsstoffe von Lebensmitteln. Darum ist die Zubereitung im Schnellkochtopf im Vergleich zum normalen Dampfgaren noch gesünder.

Warum garen Speisen in einem Schnellkochtopf schneller?

Das Garen ist vereinfacht ausgedrückt auch nur ein Zusammenspiel verschiedener (vorwiegend chemischer) Prozesse. Die verschiedenen Stoffe aus denen u.a. auch unsere Nahrung besteht reagieren bei Wärmezufuhr miteinander. Erhöht sich die Temperatur wie in einem Schnellkochtopf, reagieren die Stoffe schneller miteinander. Eine Faustregel besagt, dass es nur eine um 10°C höhere Temperatur bedarf, um die Geschwindigkeit der Reaktionen zu verdoppeln oder gar zu verdreifachen. Soviel zur Theorie. Auf den Schnellkochtopf umgemünzt bedeutet das: bei Garstufe 1 – also knapp 110°C und damit 10°C höher als bei der normalen Kocherei – haben wir ein ungefähr 50% schnelleres Garen als mit einem normalen Kochtopf. Oder anders ausgedrückt: wir sparen 50% Zeit und damit Energie, weil wie nicht so lange den Herd anhaben müssen! Das schlägt sich letztendlich auch in der geringeren Stromrechnung nieder.

Schnellkochtopf oder Dampfdrucktopf oder Dampfkochtopf – was ist was?

Eigentlich meinen die Begriffe alle ein und das selbe Prinzip: Speisen werden nicht im Wasser gegart, sondern sie garen im Wasserdampf. Unterschiede gibt’s lediglich bei der Geschwindigkeit. Das Dampfgaren ist eine tolle Methode, um die in unserer Nahrung enthaltenen Vitamine auch darin zu belassen. Während beim Kochen mit Wasser ein Großteil der oft unter der Oberfläche sitzenden Vitamine einfach ausgespült werden, verbleiben die Vitamine beim Dampfgaren in der Nahrung. Das kommt uns zugute, denn wir futtern die Vitamine in uns hinein, wo sie viel Gutes anstellen können, und kippen sie nicht mit dem Kochwasser weg. Da auch im Schnellkochtopf Wasser notwendig ist (woher soll sonst der Wasserdampf herkommen?), gibt es sogenannte Dämpfeinsätze. Das sind kleine Schalen mit oder ohne Löcher im Boden, welche in den Schnellkochtopf eingesetzt werden können. Da die Einsätze auf Füßen stehen (manchmal richtige Dreibeine) haben die Speisen in und über der Schale keine direkte Wasserberührung. Sie werden nur im Dampf des verdunstenden Wassers gegart.

 

Weiterführende Links zum Schnellkochtopf:



1 Kommentar(e) zu “Wie funktioniert ein Schnellkochtopf?”

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