Nudeln im Schnellkochtopf

Dem Kochen mit dem Schnellkochtopf sagt man nach, dass mit ihm alles viel, viel schneller gekocht werden kann. Hartes wird schneller weich. Und man spart auch noch Energie und Wasser mit dem Schnellkochtopf. Daher verwundert es nicht, dass manche Kochspezies auf die Idee kommen, Dinge welche eh schon schnell fertig sind, noch weiter beschleunigen zu wollen.

Mit Erstaunen bemerke ich immer wieder, dass die Frage nach “Nudeln im Schnellkochtopf” eine sehr verbreitete Anwendungsfrage ist. Können Nudeln oder Spaghetti im Schnellkochtopf gekocht werden? Gelingen Knödel im Schnellkochtopf? Werden Gnocchis im Schnellkochtopf schneller fertig? Bei diesen 3 Fragen will ich es exemplarisch belassen. Die Antworten auf diese Kochfragen sind: Ja, ja und nein.

Krüger 72727 Jumbotopf
Jumbotopf von Krüger - mit 14 Litern ein Nudeltopf-Gigant!

Warum bitte soll ich auf die (in meinen Augen) hirnrissige Idee kommen, Nudeln im Schnellkochtopf kochen zu wollen? Was bitteschön soll dabei mit Hilfe eines Schnellkochtopfs schneller gehen, als mit einem gemeinen Kochtopf? Ich habe keine Ahnung. Sie vielleicht?
Betrachten wir einmal den Vorgang “Kochen von Nudeln” im Detail. Für gewöhnlich wird eine Menge Wasser zum Kochen gebracht. Das Wieviel an Wasser korreliert dabei mit der Menge Nudeln. Wenn das Wasser kocht, wirft der Nudelkoch die Nudeln ins Wasser und belässt sie im hitzigen Sprudelbad bis sie fertig sind; je nachdem, ob die erwartungsfrohen Nudelesser ihre Nudeln lieber “al dente” oder “zerkocht” haben wollen. Oder hart. Aber davon haben ich bisher weniger gehört.
Das war’s auch schon mit dem Kochen von Nudeln.

Versuchen wir einen Booster, eine Art Katalysator, ins Spiel zu bringen und mit seiner Hilfe den eben geschilderten Vorgang beschleunigen.

Was am längsten dauert ist zweifellos das Erhitzen des Wassers bis zu dem Punkt, an dem es Blasen wirft. Es blubbert. Es kocht. Es sprudelt. Wie kann ein Nudelkoch die benötigte Zeitdauer verringern? Genau! Mit einem Topfdeckel! Muss es aber ein Schnellkochtopfdeckel sein? Nein, natürlich nicht. Denn das Wasser würde im Schnellkochtopf nur unwesentlich schneller kochen. Wenn überhaupt! Es wäre die reinste Ressourcenverschwendung.

Drum merke: Nudeln kocht man in einem normalen Kochtopf. Damit das Nudelwasser schneller kocht, bedient man sich eines Topfdeckels.

Sind die Nudeln einmal im sprudelnden Wasser (das Salz dazu gehört, versteht sich von selbst), brauchen diese stets die gleiche Zeit dafür, den bevorzugten Nudelzustand für den Verzehr zu erlangen. Es ist egal, ob da ein Kochtopfdeckel auf dem Nudeltopf ist oder ein Schnellkochtopfdeckel auf einem Schnellkochtopf. Es ist wurscht. Nee … Nudel.

Folglich möchte ich am Ende meiner Herleitung folgendes Fazit ziehen: Ja – man kann Nudeln im Schnellkochtopf kochen. Nein – es geht nicht schneller.

Bei den umfangreichen Recherchen zu diesem aufregenden Thema bin ich allerdings auf einen tollen Nudel-Kochtipp gestoßen:

Einen grossen Topf mit wenig Wasser auf die eingeschaltete Herdplatte stellen, dann genügend Wasser im Wasserkocher erhitzen, dazuschütten, salzen, Nudeln dazu, zudecken, 1 x aufkochen, zugedeckt 8 min stehen lassen. Dies ist die schnellste und energiesparendste Methode.

Perfekt! So gelingen Nudeln am schnellsten. Definitiv!

Anfangs habe ich ja noch exemplarisch gefragt, ob die Zubereitung von Knödel oder Gnocchis im Schnellkochtopf ratsam ist. Die Antwort lautet: nein. Knödel brauchen nur kurz in sprudelndem Wasser ziehen, bis es sie von allein zur Wasseroberfläche drängt. Gnocchis zeigen das gleiche (Auf)Triebverhalten. Auch bei diesen Kochvorgängen ist der zeitraubenste Akt der, das Wasser zum sprudeln zu bringen. Und das geht im bedeckelten Kochtopf genauso schnell wie in einem Schnellkochtopf. (Und jetzt muss ich aufpassen, damit ich nicht in eine Rekursion rutsche ….)

Das Fazit vom Fazit:

Knödel, Gnocchis oder Nudeln im Schnellkochtopf zu kochen ist Unsinn. Sie können Nudeln, Knödel und Gnocchis in Ihrem Schnellkochtopf kochen – aber dann bitte ohne Druck. Sie werden damit aber auch nicht schneller sein, als mit einem gewöhnlichen Topf.

Bedenken Sie noch eines dazu: Ein Schnellkochtopf im Vergleich zum gemeinen Kochtopf macht mehr Abwasch! Auch wenn sich das durch die Erfindung der Spülmaschine etwas relativiert hat.

Und wie bekommen Sie nun die Nudeln auf die Teller? – Natürlich mit dem richtigen Nudellöffel!



6 Kommentar(e) zu “Nudeln im Schnellkochtopf”

  • Ups, ich war noch gar nicht fertig, egal. Dann eben @Huub Teil II: Also Reis im Schnellkochtopf mit Dampf ok, vergleichbare Kochzeit wie Kartoffeln. Aber Nudeln, mit einer durchschnittlichen Kochzeit von acht bis zwölf Minuten werden mit Sicherheit schon zerkocht sein, wenn der Pinökel sich nach oben bewegt. Mal ganz abgesehen von dem Mehraufwand für die Reinigung gegenüber einem normalen Topf, falls keine Spülmaschine vorhanden. Ist mir am Anfang mal mit Rosenkohl mal passiert. Hatte ich im Dampfgareinsatz, dann Volldampf ;-)), d.h. Pinökel ganz nach oben kommen lassen, bis der überschüssige Dampf oben rauskam und dann nochmal fünf Minuten. Jau, das war es dann mit Rosenkohl, der hatte dann die Konsistenz von Babybrei. Hab ich dann abgelegt unter Erfahrungswerte.
    Reis hab ich noch nie im SKT versucht. Würde mich interessieren wie lange Du ihn hast kochen lassen. Pinökel halbhoch auf Schonstufe und dann gleich die Herdplatte ausgemacht oder länger?
    Ansonsten kann ich einen Schnellkochtopf nur empfehlen. Ich koche schon immer damit, weil ich es von meiner Mama so kannte. Und wenn man dann öfter mal in der Bedienungsanleitung schmökert klappt’s auch gleich ohne anbrennen und so. Das habe ich dann festgestellt nachdem mir ein paar Jahre lang alles mögliche immer mal wieder angebrannt war. Bedienungsanleitung zur Hand und dann der Lerneffekt: Ach, der Pinökel muss gar nicht immer bis ganz nach oben und ne Schonstufe gibt’s auch. Ach so !!!
    Seitdem klappt es prima.
    Probiert mal Gemüse im Dampfgareinsatz, kein Vergleich zum Kochen im Wasser. Das Fleisch z.B. bei Gulasch oder Rouladen wird butterzart. Das ewige rühren, bzw. wenden von z.B. Rouladen entfällt auch. Aber richtig genial ist die Zeitersparnis. Der Schnellkochtopf sollte meiner Meinung nach in keinem Haushalt fehlen. Gibt es auch für Single-Haushalte, z.B. von Fissler 2,5L oder 4 L Topf.

  • @Huub: Hmmm!!! Reis im Schnellkochtopf mit Druck kochen, ok. Von der Kochzeit ist Reis in etwa mit Kartoffeln vergleichbar. Das klappt prima. Aber Nudeln? Hast Du das schon einmal probiert? Wenn man bedenkt, dass Nudeln in einem normalen Kochtopf man gerade so acht Minuten, Maß o menos

  • “Was bitteschön soll dabei mit Hilfe eines Schnellkochtopfs schneller gehen, als mit einem gemeinen Kochtopf? Ich habe keine Ahnung. Sie vielleicht?”

    Ja, es geht weniger Wärme und Dampf verloren. Unter druck braucht es weniger Energie pro °C da druck und wärme proportional zueinander sind.
    Ideales Gas : P*V=n*R*T

  • Mein lieber Mann, bzw. liebe Frau. hab grad Reis im Kochtopf gemacht und war super. Was auf anderen Seite im Netz gepostet wird ist echt der Hammer. Antworten werden kreuz und quer gegeben. Aber halt selten auf die Fragen.

    Also liebe Posterin über Nudeln. Zwar ist ein Schnellkochtopf bei sowieso schon schnellen Gerichten nicht die erste Wahl aber es geht alles.

    Der Schnellkochtopf ist ja in erster Linie nicht dafür da, dass Dein Wasser schneller Kocht, sondern dass Du unter hohem Druck Temperaturen erreichst, die die Garzeit verkürzen (so 115 Grad).

    Also geht alles 2-3x schneller. Ebenso Reis oder Nudeln. Der Geck ist dass man nicht umrühren kann und 6-7min schnell rum sind (bei Reis z.B.). Man kann das mit anfänglichem Umrühren und zwischendurch leichtes Hin-und Herschieben auf der Kochplatte ausgleichen- Dabei kanns natürlich etwas mehr dampfen und die Düse kann etwas Reiswasser abkriegen. Aber es geht. Genauso mit Nudeln, wobei hier die Verklebechance etwas grösser ist, aber eben nur weil man zwischendurch nicht umrühren kann.
    Zum Beweis kannst Du es ja mal mit einer einzigen Nudel probieren 🙂

    Was Du nach “umfangreichen Recheerchen” gefunden hast und im gelben Kasten steht würde ich nicht machen. Die Nudeln bekommen dabei eine so ungewöhnliche Konsistenz und anderen mehligen Geschmack, dass es das Energiesparen nicht ausgleicht. Die Kohlenhydrate/Eiweise quellen dabei vermehrt auf ohne lange genug auf die nötige Temperatur zu kommen, die ihnen den bekannten Geschmack gibt.

    Jetzt könnte man sagen ich hätte mit 115 Grad im Schnellkochtopf zu hohe Temperaturen. Der Geschmack und die Konsistenz hat sich hiebei jedoch nicht geändert. (Die Kochzeit war dafür ja kürzer).

    Wie bei der Sonnenbank 🙂

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