Ab wann beginnt die Garzeit beim Schnellkochtopf?

Ab wann beginnt die Garzeit beim Schnellkochtopf?

Beim routinierten Kochen mit einem Schnellkochtopf macht man sich als Anwender oftmals keinerlei Gedanken um vermeintliche Nebensächlichkeiten. Was für einen 1000fach gestählten Schnellkochtopf-Koch keine Erwähnung wert ist, stellt manch neugierigen Einsteiger in die Schnellkochtopf-Küche vor ein Problem. Wie neulich erst wieder, als mich vor ein paar Tagen eine E-Mail erreichte. Maxime aus Berlin schrieb mir:

Vielen Dank für ihre Website.
Endlich mal jemand, der den Schnellkochtopf nicht verteufelt, und alles erklärt.
Nur eine Frage habe ich seit meinen Schnellkochtopf-Anfängen:
Wann beginnt die Garzeit, also ab wann läuft die Zeit?


Holla – das Lob an der Webseite hier schwappte zunächst einmal ein paar Momente genüßlich in meinem Inneren umher. Ich ließ diese wohligen Wogen ungefähr 426 Augenblicke freizügig gewähren, bevor ich mich an den Rest der Nachricht machte. Da stand sie … die Frage. Ich gestehe, dass ich zunächst nicht an die Frage glauben konnte. Immerhin steht in jedem Schnellkochtopf-Handbuch ein Hinweis auf die Lösung. Manchmal sogar ausformuliert! Doch ich arbeite ja im Software-Support wenn ich nicht gerade am heimatlichen Herd stehe und meinen Schnellkochtopf zu Höchstleistungen antreibe. Aus meiner langjährigen Erfahrung als Hotliner weiß ich: Benutzer lesen nie das Handbuch. Es ist einfach so. Und wenn sie es doch tun, dann tun sie nur so. Ich will Maxime hier um Himmels Willen nicht unterstellen, dass sie das Handbuch nicht gelesen hat. Das Garzeiten-Problem hat vielleicht seine Ursache darin, dass gar keine Gebrauchsanleitung mehr da ist; ein Umstand der häufiger vorkommt, als man sich das vorstellen kann. Und leider, leider ist es immer noch nicht Usus geworden bzw. als Gesetz verabschiedet, dass jedem Schnellkochtopf mein Buch beiliegen muss. Unter diesen schwierigen Bedingungen ist das plötzliche Auftreten fundamentaler Anwendungsfragen nachvollziehbar.

Nun – Maximes E-Mail ist durch die Garzeiten-Frage ein idealer Aufhänger für einen weiteren Grundsatzartikel.

Wann beginnt bei einem Schnellkochtopf die Garzeit? Ab wann läuft die Zeit?

Die absolut kürzeste Antwort auf diese wichtige Frage ist:

“Die Garzeit beim Schnellkochtopf beginnt dann, wenn die gewünschte Garstufe erreicht ist.”

Punkt.

Aber mal ehrlich – das macht keinen vollwertigen Artikel, oder?
Ich werde daher ein wenig ausführlicher auf die Garzeiten-Problematik eingehen.

Ein herkömmlicher Schnellkochtopf verfügt heutzutage über mehrere Garstufen. Das resultiert daher, dass Gemüse erheblich weniger Zeit und Energie zum Garen braucht als ein Elefanteneisbein beispielsweise. Gemüse wird oftmals auf der Garstufe 1 im Schnellkochtopf zubereitet; Fisch ebenso. Fleisch oder widerspenstige Hülsenfrüchte benötigen mehr Dampf und Zeit und erfordern die ganze Schnellkochtopf-Power, welche man gewöhnlich mit der höheren Garstufe beschwören kann. 2 ist höher als 1! Das gilt auch für Schnellkochtopf-Garstufen.

Wenn man den Schnellkochtopf nun mit dem Nahrungsmittel seiner Wahl bestückt hat und ihn mit Energie versorgt, dann beginnt die Garzeit noch nicht! Die ersten energiegeladenen Minuten werden benötigt, um im Schnellkochtopf so richtig Druck zu machen. Ich habe dies ja in der essentiellen Anleitung zum Schnellkochtopf ausführlich dargelegt. Bitte lies dort ggf. noch einmal nach.

Als außenstehender Koch hat man anschließend dummerweise keine Ahnung wann sich im Inneren des Schnellkochtopfs Druck entwickelt hat. Man riecht ihn nicht. Man sieht ihn nicht. Man hört ihn mit der Zeit. Aber wieviel Druck es ist, kann man nicht so recht erlauschen. Deshalb gibt es am Schnellkochtopf eine Anzeige für die Garstufen. Das kann ein ulkiger Stöpsel mit Ringen sein. Der erste Ring bedeutet dann oft 1. Garstufe erreicht. Wenn sich der Stöpsel so weit aus dem Topf bewegt, dass Ring 2 sichtbar wird, heißt das Garstufe 2. Geschwätzige Schnellkochtöpfe piepsen sogar; der Nutricook von Tefal ist so ein gesprächiger Schnellkochtopf, der auch noch mit 4 Garprogrammen ein wahrer Angeber ist.
Wie gesagt – nicht jeder Schnellkochtopf reagiert gleichermaßen euphorisch miauend auf das Erreichen der gewünschten Garstufe. Oder gar mit einem Fanfarenstoß! (Warum eigentlich nicht? – Bei einem Handy kann ich doch auch den Klingelton einstellen, den ich mag. Eine Marktlücke!). Trotz des fehlenden Standards läßt sicher sicher der 1. Grundsatz der Schnellkochtopf-Garzeit-Startzeit formulieren:

Ab dem Moment der sicht- oder hörbaren Signalisierung des Erreichens der gewünschten Garstufe fängt die Garzeit bei einem Schnellkochtopf an!

An dieser Stelle sind meine Ausführungen zum Thema “Wann beginnt die Schnellkochtopf-Garzeit?” beendet. Es folgen noch tiefergehende Gedanken zu dem Thema, welche aber zum grundsätzlichen Verständnis des Garzeitenstartpunkts nicht notwendig sind. Allerdings sind die Informationen sehr interessant ….

Gar-Theorie für Schnellkochtopf-Köche

Garen mit dem Schnellkochtopf braucht also auch seine Zeit. Es gibt einige Gar-Stufen und Gar-Begriffe, die ich im Folgenden kurz erläutern werde:

  • Bekommt man es etwa mit der Angst zu tun oder gerät etwa selbst unter Druck (z.B. Zeitdruck) und entzieht dem Schnellkochtopf zu schnell die Energiezufuhr, dann passiert …. gar-nichts. Garnichts ist viel weniger als Gar und ein zu vermeidendes Finale für ein Schnellkochtopf-Kochen.
  • Das Gegenteil von Gar-Nichts tritt selten auf. Wenn man einen (fast unmöglichen) Fehler bei der Bedienung eines Schnellkochtopfs macht, dann können ungünstige Umstände im Zusammenspiel mit viel Pech an Tagen mit schlechtem Wetter zum Gar-Aus des Schnellkochtopfs führen! Sehr häufig ist die Stufe des Gar-Aufs verknüpft mit verheerenden Nebenwirkungen für anwesende Küchen, Haustiere, Menschen und andere nicht schnellkochtopf-resistente Materie. Glücklicherweise muss die Gar-Aus-Stufe schon ziemlich vorsätzlich herbeigeführt und wer macht das schon (außer böse Terroristen -> Hinweis für die NSA; bitte – Jungs – ich will ja nur helfen).
  • Es gibt keine verbindlichen Richtlinien hinsichtlich der Schutzkleidung beim Garen mit einem Schnellkochtopf. Allerdings habe ich von einer gewissen Gar DeRobe gehört, welche ganz vorzüglich für das Kochen mit Schnellkochtöpfen geeignet sein soll. Trotz aufwändiger Recherchen habe ich jedoch noch keinen Blick darauf werfen können.
  • Mit-dem-Schnellkochtopf-kochende Wesen weiblichen Geschlechts werden im allgemeinen Sprachgebrauch als Gar Nele oder Gar Dine bezeichnet.
  • Das Garen mit einem SKT findet idealerweise in einer Gar-Küche statt, da diese über die dem Garprozess förderlichen Umweltbedingungen verfügt.
  • Weil das ständige Schreiben von “beim Garen mit einem Schnellkochtopf” einem Schreiber unnützer Text ganz schnell auf den Keks geht, wurde die Beschreibung des gesamten Vorgangs auf ein einzelnen Wort reduziert: man spricht dann vom sogenannten gar-nieren. Die Verwendung dieses Wortes schlägt aber manchen Lesern sehr auf die Nieren, wodurch es oft zu Irritationen kommt. Dabei ist die scheinbare Gemeinsamtkeit vollkommen zufällig und bedeutungslos.
  • Aufgrund dessen, dass sich das Schnellkochtopf-Kochen in jüngster Zeit steigender Beliebtheit erfreut, werden zukünftig Spezialkurse an kulinarischen Hochschulen angeboten, welche dann mit dem Gar-Nitur abgeschlossen werden können.
  • Der Beliebtheitsgrad von Mahlzeiten, welche mit Hilfe eine Schnellkochtopfs gegart wurden, lässt sich anhand der Gar-Ten sicher einstufen.

 

 



17 Kommentar(e) zu “Ab wann beginnt die Garzeit beim Schnellkochtopf?”

  • Hey Thomas, danke für den ausführlichen Tipp. Die schnelle Mahlzeit werde ich auch demnächst mal wieder machen. Wenn abends die Zeit knapp wird. Den Rindereintopf muss ich auf Tage verschieben, wo ich nicht gerade auf meine vegan-vegetarischen Familienmitglieder achten muss. Aber ich werde ihr probieren! Viele Grüße vom Bodensee, Jörg.

  • Verdammt ich vergaß zu erwähnen das das Gemüse entsprechend kleingeschnitten sein sollte Blumenkohl z.b. vierteln Möhren in Scheiben.

  • Nono wollte wissen was mit dem Korbeinsatz möglich ist. Da hätte ich einen Vorschlag:
    Ich mache es dann und wann so das ich erst Kartoffeln in den Topf gebe, das gute Stück dann ca 5min vor sich hin brodeln lasse ( ich habe einen Timer am Kochfeld, so das sich die Induktionsplatte automatisch auschschaltet ) . Während ich mit anderen Dingen beschäftigt bin, ist irgendwann kein Druck mehr auf dem Kessel und ich gebe wahlweise Blumenkohl, Rosenkohl, Brokoli,Möhre, Kohlrabi oder auch Fisch im Korbeinsatz dazu, den stelle ich einfach auf die Karoffeln und lass das ganze nochmal 2-3 Minuten kochen bis die Automatik abschaltet.
    Zum Blumenkohl z.b. mache ich dann, während dieser gart eine Mehlschwitze. Dazu wie bekannt Butter schmelzen Mehl einrühren und dann Milch bis zur gewünschten Konsitenz. Damit das ganze schmackhaft wird kann man z.b. geriebenen Käse, Senf oder Kräuterfrischkäse dazugeben und fertig ist die Mahlzeit. Wer will brät noch ein beliebiges Stück Fleisch, wenn er denn kein Fisch gedünstet hat.
    Nach meiner Erfahrung ist es definiv kein Problem den SK zwischendurch aufzumachen und zu prüfen wie Gar das jeweilige Produkt ist. Man kann sich am Anfang nach den Garzeiten in der Bedienungsanleitung richten, allerdings varieren die je nach Kochfeld, wie heisst es so schön: Vesuch macht Kluch.

    P.S. @ Schnellkochtopf ich hatte vor einiger Zeit mal beschrieben wie ich einen Rindereintopf mache, schon probiert? Wenn ja wie ist es geworden.

  • Holla Wolfram, vielen Dank für deinen Kommentar. Das mit den spartanischen Bild- und Schriftbeilagen zum Schnellkochtopf ist wahrlich eine meisterliche Fehlleistung einiger Hersteller. Gerade Einsteiger haben damit kaum eine Chance. Und genau aus diesem Grund gibt es diese Webseite. Das mag hin und wieder langatmig sein, aber es hilft doch vielen Schnellkochanfängern weiter. Insofern wird es auch weiterhin ausführlichste Anleitungen zu den verschiedenen Aspekten des Schnellkochens hier geben. 🙂
    Viele Grüße vom Bodensee
    Jörg

  • Tja. das mit den Anleitungen der Schnellkochtöpfe ist ein Witz. Unser WMF perfect hat nur dieses lächerliche Faltblättchen mit dabei: http://bit.ly/1OzdoHm

    Das hilft dem Normalkocher leider keinen Meter weiter.
    Der Artikel oben ist ja nett geschrieben, aber schon ein wenig lang… Wenn ich jetzt meine Kartoffeln schnell kochen will, ist mir das zu langatmig. Aber Gott sei Dank gibt es ja noch den “Kartoffelkocherbeitrag..

  • Hallo Nono, es freut mich zu lesen, dass ich dir mit meiner Seite ein wenig helfen konnte. Und wenn dir eine Information fehlt – frage einfach. 🙂 Liebe Grüße vom Bodensee, Jörg.

  • Hallo,

    Ich muss sagen, dass mich dieser Artikel gestern gerettet hat. Ich bin ein totaler Schnellkochtopf Anfänger. Meine Oma kocht damit Eintöpfe, da habe ich aber nie mal über die Schulter geschaut. Meine Mama hat keinen…
    Zum “testen” wollte ich nicht gleich den Porsche kaufen und habe mich für einen neo 5 von Tefal entschieden. Großer Fehler. Zum Thema Anleitung und wie kommt man zu der Frage “wann beginnt die Garstufe?!”
    Ganz einfach – Das Handbuch hat zwar 224 Seiten, aber auch 16 Sprachen, die darauf untergebracht sind. Somit sind es noch 13 auf deutsch. Die behandeln sich mit nichts was einem Anfänger hilft. (1 Seite Garzeiten, 1 Garantie, 1 Schemazeichnung eine weitere wie man ihn öffnet, eine wie man ihn reinigt….) so geht es weiter. Unterschiedliche Garstufen muss du anhand der Skizze und der Gartabelle erraten (zwei Symbole ein Huhn, und Gemüse, dazu noch ein drittes mit einer Dampfwolke). Ja, das sagt einem Neuling sehr viel…. Von irgendwelchen Ringen die hochkommen und damit was anzeigen wird nicht gesprochen. Einziges Indiz “sobald ständig Dampf aus dem Garregler entweicht und ein gleichmäßiges Geräusch zu hören ist, verringern Sie die Leistung der Heilquelle soweit, dass der Garregler weiterhin gleichmäßig zischt.”
    Letztendlich habe ich die Kartoffeln gekocht. Ob ich das richtig gemacht habe? Keine Ahnung…. Mein Topf hat noch einen Korbeinsatz. Wozu der gut ist wird in der Anleitung nicht beschrieben. Bei der Garzeitentabelle wird von kochen und dämpfen gesprochen. Da wird dann gesagt das beim dämpfen die Nahrungsmittel in den Korb kommen. Das wäre aber auch schon. Wie viel Wasser dazu kommt? Fehlanzeige.
    Ich denke, ich werde noch ein zwei Versuche starten, aber letztendlich mangelt meine Begeisterung an der fehlenden Info… Ohne deine Seite hätte ich gestern wohl nicht mal die Kartoffeln richtig gemacht.
    Ganz liebe Grüße, eine absolute Anfängerin

  • Hi Nunu! Schade, dass dir der Artikel nicht gefallen hat und du ihn sogar nutzlos findest. Macht aber nichts – vielleicht findest du ja andere Texte / Rezepte zum Schnellkochtopf auf dieser Seite hilfreicher? Sonnige Grüße vom Bodensee
    Jörg

  • Absolut nutzloser Artikel, geschrieben von jemandem, der sich gern reden hört, sich unglaublich witzig findet ohne es zu sein, und nix zu sagen hat.
    Grüße

  • Hey Thomas – vielen Dank für deine Erfahrungen und Tipps. Auch hinsichtlich der Wortwahl, denn “Schwein in atomarer Form” gefällt mir sehr gut. Wenn wir so weiter machen und von atomaren Kochzuständen sowie Bomben schreiben (Schnellkochtopfbombe-Artikel hier auf der Seite), bekommt dieses Kochblog sozusagen einen kulinar-terroristischen Touch. 😉

    Ich werde definitiv mal deine Rindfleischsuppe probieren. Besten dank für die Anleitung!

    Friedvolle Grüße vom Bodensee
    Jörg

  • Ich melde mich jetzt zwar etwas Spät, aber ich habe gerade die Zeit kurz mitzuteilen was meine “Garzeitexperimente” ergeben haben. Kurz heisst in diesem Falle wirklich kurz, um nicht zu sagen ganz kurz.
    Als Beispiel nehme ich jetzt mal ein gemichtes Gulasch.
    Behandelt man Rind als auch Schwein gleichwertig, je nachdem für welches Stück man sich nach der Garzeit entscheidet, hat man entweder zähes Rind, oder Schwein in atomarer Form vorliegen.
    Ich bin folgendermassen vorgegangen: Das Rind in der Pfanne angebraten, in den Schnellkochtopf 10min, in der zwischenzeit das Schwein in die Pfanne, den Schnellkochtopf vom Herd abkühlen lassen, das Schwein rein und nochmal 10 min, hat gut gepasst.
    Für eine Rindfleischsuppe bin ich so vorgegangen:
    Beischeiben/Suppenfleisch nach Anbraten 20min im SK mit Brühe. Abdampfen, dann “hartes” Gemüse z.b. Sellerie, Kohlrabie und Möhren 4 minuten, dannach Blumenkohl, Brokoli und Lauch nochmal 4 Minuten.
    Man muss schon ein wenig Experimentieren mit den Garzeiten, aber wenn man den Dreh raus hat, haben alle verarbeiteten Produkte ihren Biss und Geschmack erhalten.

  • Hi Thomas,
    vielen Dank für deinen “kurzen” Kommentar. Deine Definition von Kürze erinnert mich an meinen Schreibstil: irgendwie fallen einem beim Schreiben alle die tausend kleinen Dinge ein, die noch unbedingt mit in den Text wollen. Wie du gebe ich dem Verlangen meist nach, was der “Kürze” eine ganz neue Dimension verleiht. 🙂
    Deine Frage ist aber auch eine gute. Ich beziehe die Garzeiten immer auf das Kochen unter Druck. Das Entdrucken (was für ein komisches Wort) sehe ich immer als Zugabe an. Wenn man den Schnellkochtopf einfach so selbst das Druckproblem lösen lässt, kommen gut und gern bis zu 10min an Garzeit dazu. Nachteilige Beeinträchtigungen der Speisen habe ich aber trotz dieser Zeit nie erlebt. Fleisch war immer zart, Gemüse immer richtig. Ich glaube zwar nicht, dass der Schnellkochtopfinhalt mitbekommt, dass keine Energie mehr fließt und sofort das weitere Garen einstellt, dochj kann ich mir vorstellen, dass die angegebenen Garzeiten das zeitliche Plus zur Herstellung des drucktechnischen Normalzustandes bereits beinhalten.
    BTW: Ich lasse immer den Druckausgleich die dafür notwendige Zeit. Das Beschleunigen durch kaltes Wasser ist zwar sicherlich eine Tempospritze, doch kühlt der Inhalt im Schnellkochtopf dann zu schnell runter, was z.B. bei Pellkartoffeln im Schnellkochtopf für sehr unschöne Ergebnisse sorgt.
    Für Rinderschulter habe ich gelesen, dass 30-45min pro Pfund das richtige Maß sind. Ehrlich gesagt, würde ich zur 30min-Variante unter Stufe 2 greifen; vllt. 35-40min. Damit solltest du aber auf der sicheren Seite sein.
    Ich denke, du probierst das sowieso aus und daher rechne ich fest mit einem kleinen Erfahrungsbericht. 🙂 Gern per Mail, so dass ich diesem wichtigen Thema einen eigenen Artikel widmen kann.

    Möge der Schnellkochtopf mit dir sein!

    Kulinarische Grüße vom Bodensee
    Jörg

  • Ich fang mal mit einem profanen Hallo an…
    nachdem ich vor etlichen Jahren auf Induktion umgestiegen bin war mein guter alter Fissler leider ausrangiert, weil nicht Induktion geeignet. Der Wunsch nach einem neuen SKT war immer vorhanden, wurde aber bis vor kurzem nicht in die Realität umgesetzt. Inzwischen ist es aber passiert und mein neuer SKT – diesmal von BEEM – ist auf dem Weg. Während ich mir die Frage gestellt habe warum ich so ein Teil wieder brauche bin ich auf diese Seite gestossen, und habe mir inzwischen so ziemlich alles durchgelesen. Ich mach es kurz… Die Seite gefällt mir.
    Jetzt aber zu meiner Überlegung… wann die Garzeit beginnt ist ja soweit klar, aber wann endet diese? Druckablassen und abkühlen unter Wasser ist klar – dann ist Schluss. Wenn ich aber das Teil auf abkühlen lasse, ist in meinen Augen der Garprozess ja noch nicht beendet. Nehmen wir mal an in der Anleitung steht “irgendwas” 15 min unter Druck halten und abdampfen und gar ist es. Ich habe es, als mein guter alter Fissler noch funktionierte so gemacht, dass ich nach z.b. 12min ausgeschaltet habe und die letzten Minuten die das Teil zum abkühlen brauchte mehr oder weniger mit zur Garzeit gerechnet habe. Ok da waren Eintöpfe, Gulasch und andere Sachen bei denen es wirklich nicht auf die Minute ankommt.
    Der Moment es kurz zu machen ist wohl inzwischen vorbei. Darum will ich jetzt dazu kommen was mich zu dieser Frage treibt.
    Eine meiner liebsten Gulasch-Variationen ist ja die Variante mit 1kg Rinderschulter, 1kg Zwiebel, abgeschmeckt mit Paprika; Majoran, Thymian und bisschen Zitronnenabrieb. ( von Vincent Klink gibts da glaub ich auch ein Rezept)
    Das Problemkind bei der Sache ist, dass ja die Rinderschulter von Natur aus etwas sehnig und faserig ist. Wenn ich das koche ( ohne SKT) kann die Garzeit zwischen 3,4 oder gar 5 Stunden variieren. Was bei dem langen Kochvorgang passiert ist, dass die Sehnen in Gellatine umgewandelt werden und ganz nebenbei das Fleisch butterzart wird.
    Jetzt überleg ich….
    Ich lass nach sagen wir mal 2 Stunden abkühlen und stelle fest ist nicht aussreichend gar und noch zäh. Ich muss also den Garprozess verlängern. Was tu ich dann? Ohne Druck kochen oder mit Druck? ( ich hab hier doch von Saftgulasch gelesen ist das Problem nicht ähnlich?)

    Ich werde das Experiment auf jedenfall mal starten.

  • Hallo Felix,
    dumm ist nur wer dummes tut, sagte schon ein sehr berühmter Mensch. Da du die Anleitung hier gefunden und dich folglich auf die Suche nach der Erkenntnis begeben hast – was auf gar keinen Fall als Dummheit bezeichnet werden kann – bist du nicht dumm. q.e.d.
    Schön, dass ich dir helfen konnte. Mit deinem Feedback hast du einen einfachen Schnellkochtopfkoch sehr glücklich gemacht.
    Sonnige Grüße vom Bodensee
    Jörg

  • VIelen Dank für diesen Artikel.
    Ich bin mir selber total dumm vorgekommen, dass ich das nicht wusste.
    Da du ja auf die Anleitung eingehst: ich habe meinen Schnellkochtop gebraucht erworben, und leider war nunmal keine Anleitung dabei 😉

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