Schlechte Erfahrungen mit einem Schnellkochtopf

Schlechte Erfahrungen mit einem Schnellkochtopf

Der folgende Text wurde eigentlich als Kommentar zum Artikel mit der Schnellkochtopf-Explosion gepostet. Aufgrund seiner Länge und den darin geäußerten Erfahrungen meine ich aber, dass er hier bei den Feedbacks sicher besser aufgehoben ist. Ich hatte Bernd per Email gefragt, ob das so OK wäre, leider jedoch bis heute keine Antwort erhalten.

Was mich verwundert und auch freut ist, dass Bernd trotz zum Teil heftiger Erfahrungen mit Billig-Schnellkochtöpfen am Prinzip des Schnellkochens festhält und es sogar beführwortet. Anderorts wird das Gerät ja bei der kleinsten Fehlfunktion (Fehlbedienung) in die Hölle verdammt. Nicht so im folgenden Kommentar:

Moin moin aus dem Norden !

Also ein Schnellkochtopf ist bei mir in der Küche bislang noch nicht explodiert, aber ich kann das mit den Verbrennungen 2.Grades nachvollziehen !
Ist mir genau wie beschrieben mit einem BEKA 4,5l Topf vor sehr langer Zeit in 1995 passiert. Ventil und Dichtung okay, Betrieb so ca. 3-4 Jahre vorher auch kein Problem. Fakt war, daß alles genau nach planmäßigem Abdampfen lief, nur eben nicht vollständig. Es war Restdruck im Topf, der auch mir den linken Arm verbrühte und ich hatte höllische Schmerzen über Tage !
Nichtsdestotrotz habe ich nach der Ursache geforscht und die Suche hatte Erfolg. Das Ventil war aus 2 unterschiedlichen Aluminiumlegierungen zusammengebaut. Durch meine stete Reinigung in der Spülmaschine hatten sich Oxyde, also Kristalle, zwischen dem Ventilstift und der Führung angelagert, die das Ventil schließlich blockierten. Ergebnis: Topf unter vollem Druck manuell geöffnet, im Glauben, er sei drucklos !
Das Gleiche ist mir in ähnlicher Form, jedoch ohne Verletzung, im Jahre 2013 mit einem 2006er BEKA Topf nochmal passiert, jedoch war hier die Kombination Ventil / Ventilstift nicht durch die Kristalle blockiert, sondern es war schlicht verkantet, da sich die Ventilführung nach vielleicht 100 Kochzyklen oval verformt hatte. Ergebnis war einfach nur eine Putzaktion von einigen Stunden, und Glück im Unglück: Es war nur fettfreie Gemüsebrühe im Topf !

Zu Guter Letzt hatte ich dann noch einen Schnellko der Marke Tischfein (WMF) , da bahnten sich ähnliche Probleme wie oben an, wobei ich sagen muß, dieser Topf war auch schon aus den frühen 90ern, nur hatte sich hier die Verbindung zwischen Ventilsitz und dem Deckel irgendwie gelöst, es hatte sich der Ventileinsatz im Deckel nach außen verändert, und der der rote Anzeigestift hatte weniger Druck angezeigt als drin war. Glück gehabt in sofern !

Mein Fazit:

Immer wieder Schnellko, es gibt nunmal keine harten Rouladen, hartes Gulasch und auch keine Hühnerbrühe in 45 min. ohne diese Erfindung ! Oder man schmort alles geschmacklich zu Tode.

Meine Empfehlung jedenfalls ist, kauft euch vernünftiges Markenwerkzeug, Finger weg von diesen Billigangeboten, die teils sogar ehemals bekannte Namen (BEKA, …….) aufweisen, denn das ist in der Regel Plunder aus Fernost, dto. der Schrott vom Discounter, sieht toll aus, funktioniert vielleicht 2 Jahre, dann ab in die Schrottkiste.

Meine Empfehlung:

Fissler aus Deutschland / Rheinland Pfalz ! Die bauen seit über 50 Jahren Schnellko’s, wie unsere Oma’s und Mütter sie noch kannten, und da bekommt man auch noch Service und Ersatzteile problemlos nach Jahren.

WMF hat bei mir durch die Marke Tischfein zwar gepunktet, es gab auch immer eine Ersatzdichtung zu kaufen, aber ändert nichts an der Tatsache, daß das Teil auch fast zum Fiasko wurde.

Und wer nun gar nicht auf deutsche Wertarbeit steht, es gibt noch eine schwedische Alternative (Name vergessen), die mit der blauen Krone oder so, nur damit habe ich keine Erfahrung und ist auch von den Größen her eher was für Restaurants.

Viele Grüße aus SH

Bernd

Vielen Dank, Bernd, für diesen umfangreichen Erfahrungsbericht mit Schnellkochtöpfen. Fast bin ich versucht, von einer Leidensgeschichte zu schreiben, was ich aber lasse, denn das Finale klingt doch recht optimistisch. 🙂

Was nach diesem reichen Erfahrungsschatz bleibt ist die Frage: Wie heißt die schwedische Marke mit der Krone? Wer weiß es?



3 Kommentar(e) zu “Schlechte Erfahrungen mit einem Schnellkochtopf”

  • Hallo Maja,
    vielen Dank für deinen Kommentar! Kuhn Rikon ist hierzulande auch bekannt, wenn auch abgeschlagen hinter den Großen wie WMF, Silit oder Fissler. Das der Duro der Vater aller Schnellkochtöpfe ist, wäre mir neu, bietet aber willkommenen Anlass zu einer “Ahnenreihe der Schnellkochtöpfe”. Ich muss das Thema mal aufarbeiten. 😀
    Viele Grüße vom Bodensee
    Jörg

  • Ich weiss leider nicht, wie die Marke aus Schweden heisst.
    In der Schweiz wird der “Duromatic” von der Kuhn Rikon hergestellt und das seit 1949; das war damals eine weltweite Innovation. Der “Duromatic” ist also der Vater von allen Dampfkochtöpfen.
    Ich bin mit einem solchen aufgewachsen, seit 30 Jahren bin ich selber im Besitz eines solchen (mit der Zeit und dem Grösserwerden der Familie kamen grössere Modelle dazu). Die sind alle noch regelmässig im Einsatz.
    Ich habe noch nie von einem Unfall auf Grund von Materialfehlern eines Duromatics gehört; auch in der Schule (ich bin HWS-Lehrerin) klappt immer alles bestens!

  • Pingback: Themenmixers Wochenrückblick – 17.3.-23.3.2014 › Themenmix.de

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