Der Schnellkochtopf-Aufbau – Grundlagen zum Schnellkochtopf

Der Schnellkochtopf-Aufbau – Grundlagen zum Schnellkochtopf

Ich möchte anhand des Fissler Schnellkochtopf-Topfset Vitavit Royal, dem Schnellkochtopf, den ich mein eigen nennen kann, erklären, wie so ein Schnellkochtopf aufgebaut ist, aus welchen Teilen ein Schnellkochtopf besteht und wie diese zusammen eine Höllenmaschine von Kochtopf ergeben. Das mit der Höllenmaschine ist übertrieben – lass dich davon nicht abgeschrecken!

Nähern wir uns behutsam diesem delikaten Thema und beginnen wir mit dem

Aufbau eines Schnellkochtopfs

Das ein Schnellkochtopf was mit Dampf zu tun haben muss können wir bereits präzise aus der Annahme herleiten, dass der Schnellkochtopf oftmals auch als Dampfkochtopf bezeichnet wird. Außerdem spielt das Thema Druck eine große Rolle. Bei Dampf und Topf fällt mir immer die Feuerzangenbowle ein.

“Wat is en Dampfmaschin´? Da stelle mer uns janz dumm und da sage mer so: En Dampfmaschin dat is ene jroße schwarze Raum. Der hat hinten un vorn e Loch. Dat eine Loch dat is de Feuerung. Und dat andere Loch dat krieje mer später.”
Lehrer Bommel in Die Feuerzangenbowle

Der Vergleich zur herkömlichen Dampfmaschine hinkt jedoch gewaltig, ist doch die “Feuerungsseite” vom Schnellkochtopf geschlossen und kann somit schwerlich als “Loch” im Sinne des Erfinders bezeichnet werden. Diese Feuerungsseite ist normalerweise die, welche letztlich den Hitzekontakt herstellt. Also da, wo die Energie des Kochfeldes hinströmt; bei Gasherden das Feuer drunter lodert. Mit anderen Worten: Die untere Seite des Schnellkochtopfs, auf welche dieser auf den Herd gestellt wird.

Von diesem unteren Nichtloch aus zieht sich ein kurzes Rohr nach oben. Das Rohr ist in 100% der Fälle aus Metall. Vielleicht weil Papier geringfügig weniger stabil ist. Wer weiß das schon so genau …. Dieses Stück Schnellkochtopf ist eigentlich auch völlig uninteressant und tut für das Verständnis dieses kulinartechnischen Wunderwerks nichts zur Sache.

“Dat andere Loch” (Def: Lehrer Bommel) kommt jetzt. Das ist nämlich wirklich ein Loch. Ohne dieses Loch wäre der Schnellkochtopf ein … das …. also …. Er wäre unbrauchbar. “Dat andere Loch” befindet sich üblicherweise “oben” am Schnellkochtopf und dient – volkstümlich ausgedrückt – simplen Beladevorgängen. Schnellkochtöpfe werden durch diese Öffnung sehr oft mit verschiedenen Gütern beladen: Fleisch, Gemüse, Nudeln, Reis etc. Dafür ist dieses Loch sehr praktisch. Fast hätte ich Wasser als Ladung vergessen, weshalb ich dies nun nachhole.

Der obere Rand des Schnellkochtopfs hat so eine ulkige Krempe, die aber nicht durchgängig ist. Wie bei einem Hut ist die Krempe “außen” am Rand. Nicht wie bei einem Hut hat die Krempe “Lücken” und erfüllt einen ganz tollen Zweck, zu dem ich nun kommen möchte.

Der absolute Clou ist nämlich der Schnellkochtopf-Deckel! Ja, ja …. auch ein Schnellkochtopf braucht einen Deckel. Beim näheren Betrachten des Deckels fallen Ihnen sicher ein paar merkwürdige Abweichungen auf, die den Schnellkochtopf-Deckel vom gemeinen Topfdeckel unterscheiden. Weil sich die Hersteller von Schnellkochtöpfen wie üblich auf diesem Planeten nicht auf gewisse Standards haben einigen können, weichen die Deckel verschiedener Schnellkochtöpfe diverser Hersteller von einander ab. In einem gleichen sie sich aber: sie haben eine nach innen gestülpte Krempe. Auch nicht durchgängig wie beim Schnellkochtopf. Und genau an den gleichen Stellen wie beim Schnellkochtopf. Das erschwert ein normales Topfdeckeln ungemein bzw. erfordert vielmehr Unmengen an Mehrkraft, um den Schnellkochtopf trotzdem zu schließen. Ich habe noch nie gesehen, wie das einer geschafft hat.

Der Witz ist, dass der Deckel leicht versetzt auf dem Topf aufgebracht und durch eine Drehbewegung auf dem Topf arretiert wird. Sollten Sie sich nun berechtigterweise fragen, warum zum Geier man einen Kochtopf auf eine so hirnrissige Art und Weise bedeckeln sollte … Gedulden Sie sich noch einen Moment. Dazu komme ich später (s.u.).

Ein weiterer Unterschied zum herkömlichen Topfdeckel besteht darin, dass der Schnellkochtopf-Deckel ein Loch hat. Und das ist pure Absicht! Durch das Loch steckt der Schnellkochtopf-Koch sehr oft ein “Ding” mit Gewinde und schraubt dies am Deckel an. Das Ding ist ein Überdruckventil. Warum das so heißt und wozu um Himmelswillen ein Topfdeckel ein Überdruckventil braucht, erfahren Sie in Teil zwei dieser nervenzerfetzenden Erklärung des Schnellkochtopf-Prinzips.

Und noch etwas zeichnet den Schnellkochtopfdeckel aus. Erinnern Sie sich an die komische “Krempe” an der Innenseite des äußeren Randes des Deckels? Neben der Arretierung erfüllt diese Sache noch einen weiteren Zweck: die Aufnahme eines Gummis! Keines normalen Gummis, sondern eines Dichtungsgummis! Ein imenses Superding, nicht wahr? Der Gummi ist nicht nur dazu da, um da zu sein, sondern erfüllt auch eine Aufgabe, die für die Funktionsweise des Schnellkochtopfs unabdingbar ist.

Auf eine Gemeinsamkeit von Schnellkochtopf-Topf und Schnellkochtopfdeckel möchte ich Sie noch aufmerksam machen: Beide Teile haben einen normalerweise einen langen Griff; der Schnellkochtopf-Topf noch einen kleineren Griff, der genau gegenüber des langen Griffs sitzt. Spannend, oder? Sehr mysteriös das Ganze. Und wieder nicht standardisiert: manche Schnellkochtopffabrikate haben den langen Griff auf dem Deckel, anstatt wie gewohnt an der Seite. Diese Sonderlinge.

Können Sie mir noch folgen? Haben Sie den Schnellkochtopf-Aufbau verinnerlicht? Fragen Sie sich was es mit diesen ganzen Details auf sich hat?

Dann lesen Sie nun, wie Sie einen Schnellkochtopf öffnen und schließen:
So schließt man einen Schnellkochtopf!

Jörg Dutschke – Hobbykoch und Schnellkochtopf-Fan.

Benutzter Schnellkochtopf:  Fissler Schnellkochtopf-Topfset Vitavit Royal



8 Kommentar(e) zu “Der Schnellkochtopf-Aufbau – Grundlagen zum Schnellkochtopf”

  • Hi Ralf,
    vielen Dank für deine aufmunternden Worte. Freut mich wirklich sehr zu lesen, dass du hier deinen Spaß hast. 🙂
    Viele Grüße vom Bodensee
    Jörg

  • Hallo Jörg,
    ich lese schon geraume Zeit bei dir mit und da es immer wieder Leute gibt denen der Humor für deine “schreibe” abgeht, von meiner Seite mal ein Kompliment für die sehr informativ und humorvoll aufgemachten Texte.
    Um Himmelswillen mach bloss weiter so. Ich möchte im Leben auch mal schmunzeln können und trotzdem was dazu lernen.
    Wer`s gerne trockener und direkter mag kann ja die ” User Manuals” oder anderes trockenes Zeug lesen.
    Gruß Ralf

  • Hallo Jörg,
    tja, so unterschiedlich sind die Menschen. Ich wiederum finde es toll wie du deine Texte schreibst und finde das das gerade einen guten Blog ausmacht. Ich finde es super lustig und unterhaltend und beneide dich um die Gabe so schreiben zu können.
    Wenns nach mir ginge: weiter so!

    Liebe Grüße

    Korle

  • Hi Hans, danke für deinen Kommentar. Ich bin momentan an der Überarbeitung der Texte und dann wird bald auch eine andere Beschreibung hier anzutreffen sein. Was nicht bedeutet, dass sie kürzer sein wird. 🙂
    Vielleicht schaust du ja später nochmal rein und sagst mir dann, was du vom neuen Text hältst?
    Viele Grüße vom Bodensee
    Jörg

  • Hi Uwe, schade das du den Text ermüdend findest. Aber so ist nunmal meine schreibe. Vielleicht findest du in einem guten Fachbuch eine etwas gerafftere Abhandlung zum Schnellkochtopf. Ich wünsche dir jedenfalls aufrichtig viel Erfolg dabei.

  • Finde das Thema sehr interessant, aber das ganze Gelaber drumrum macht Deinen Artikel einfach nur unlesbar und ermüdent. Schade, hoffentlich kannst Du Dich beim Kochen mehr zurückhalten wenn es darum geht “Deinen Senf dazuzugeben”.
    Schade.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.